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KW 02/2022

Schwieriges Sparen während der Inflation: Wenden sich die Deutschen langsam den Aktien zu?

Inflation auf Rekordkurs

Durch die Pandemie und die Energiewende hat sich vieles verändert, vor allem gesellschaftlich und finanziell. So herrschte im Dezember 2021 eine Inflationsrate von 5,3 Prozent in Deutschland. Und das, während das Gesamtvermögen der deutschen Haushalte laut der Tagesschau täglich neue Rekorde erreicht. So habe es im Juli 2021 laut Berechnungen der Bundesbank zum ersten Mal sieben Billionen Euro überschritten. Trotzdem werden die Ersparnisse der Menschen selten vermehrt. Das liege daran, dass die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher seit der Corona-Krise ihr Geld eher auf Girokonten oder auf gering verzinsten Sparkonten lagern und so ihr Vermögen aufgrund der Inflation an Wert verliert. Laut der DZ Bank seien Einlagen, Rentenpapiere und Versicherungen 2021 um durchschnittlich 2,3 Prozent entwertet worden. Der dadurch entstehende Kaufkraftverlust des privaten Geldvermögens liege nach Angaben der Tagesschau bei etwa 116 Milliarden Euro. Umgerechnet seien dies rund 1.400 Euro pro Kopf. Zeit für ein Umdenken?

Aktien im Land der Sparer

Laut der DZ Bank hätten die Deutschen im ersten Halbjahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr mehr als das Doppelte für Aktien und Fonds investiert. Dabei würden etwa neun Prozent des Geldvermögens in Aktien stecken. Laut der Tagesschau bestätige eine Umfrage der Postbank den Anstieg. 31 Prozent hätten angegeben, beim Sparen unter anderem auf Wertpapiere zu setzen. Laut Statista waren es 2020 noch 17,5 Prozent. Die Stimmen werden lauter, die sagen, dass Anlagealternativen mit höheren Renditechancen näher betrachtet werden sollten. Zudem steigt der Druck auf die Politik, eine Reform der staatlich geförderten und kapitalgedeckten Altersvorsorge, also der Riester-Rente, zu bewirken. Um den noch zögernden Menschen die Furcht vor dem Handel mit Aktien und Wertpapieren zu nehmen, gibt es etwa von der Tochter Quirion der Berliner Quirin Bank Gutscheinkarten für eine Börsenindex-basierte Vermögensverwaltung. Die steigende Nähe der Deutschen zu den nicht unbedingt risikoarmen Anlagen weckt das Gespür für derartige Werbe-Aktionen. Dennoch sind gleichzeitig wohl weiterhin Anreize wie diese nötig. Ob das Land der Sparer also zum Land der Aktionäre wird, bleibt abzuwarten.

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