PPR-NEWS

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KW 46/2021

Bloggerinnen und Blogger in der weiten Welt: eine mutige Arbeit, die von offenen Gesellschaften zu wenig beschützt wird   

Eine Idee, ein Text, ein Blog

Blogs sind Internetseiten oder individuell eingerichtete Unterseiten auf entsprechenden Portalen, auf denen Menschen ihr Wissen, ihre Erfahrungen und Meinungen ungefiltert mit den Rezipientinnen und Rezipienten teilen können. Blogs, gerade auf Social Media, haben eine neue Klasse der Berühmtheit erlangt und bieten ein ganz neues Arbeitsfeld. Meist von Werbung finanziert, arbeiten Bloggerinnen und Blogger selbstständig an ihren Inhalten, um sie mit der Welt zu teilen. Doch nur einige erfolgreiche Content Creator können davon leben. Natürlich gibt es Blogs über alle möglichen Themen, eine Begrenzung gibt es jedoch keine und Möglichkeiten viele. Jede und jeder kann sich nach dem eigenen Interessengebiet über einen Blog informieren oder einen eigenen eröffnen. Somit gibt es auch journalistische Blogs, die durchaus hochwertig recherchierte Inhalte bieten oder auch den DIY-Blog mit praktischen Tipps rund ums Heimwerken. Vor allem jedoch die journalistischen Bloggerinnen und Blogger stehen oftmals in der Kritik, da sie selten ausgebildete Redakteure und Redakteurinnen sind. 

Hohe Gefahr und mangelnde Anerkennung

Journalistische Inhalte können über Blogs kostengünstig und schnell der breiten Masse zur Verfügung gestellt werden. Allerdings stammen diese dann meist nicht aus Redaktionen. Den Selbstständigen fehlt dadurch ein gewisser Schutz. Oft als „Amateurjournalisten“ abgetan, werden journalistische Bloggerinnen und Blogger selten als ernsthafte Konkurrenz oder Informationsquelle wahrgenommen. Laut der Studie „Deutschlands Blogger. Die unterschätzten Journalisten“ würden Blogs eine zu unkritische Berichterstattung betreiben sowie nicht in der Lage sein, einen „authentischen Blick“ auf die Themen zu geben. Auch investigative Recherchen von Bloggerinnen und Bloggern gehören zur Normalität und können ähnlich hochwertig durchgeführt werden wie in den klassischen Medien. Das schlechte Image wird ihnen also nicht immer gerecht. Das hinterlässt einen besonders bitteren Nachgeschmack, wenn Bloggerinnen und Blogger in Ländern ohne Pressefreiheit für Aufklärung sorgen wollen und deshalb um ihre Existenz bangen müssen. Demnach wäre zumindest ihre Anerkennung etwas, wozu offene Gesellschaften beitragen könnten, ohne den kritischen Blick auf produzierte Inhalte im Internet zu verlieren.

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