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KW 41/2021

Die wirksamen Wirtschaftsforschungsinstitute Deutschlands: Meinungsmacher, die von sich sagen, auf Wissenschaft und Fakten zu basieren

Eine wissenschaftliche Größe

Wirtschaftsforschungsinstitute sind Forschungseinrichtungen, die aktuelle wirtschaftliche Themen erforschen und ihre Ergebnisse veröffentlichen. Sie zeichnen sich durch ihre hohe Forschungsintensität und Praxisnähe aus. Die Institute sind häufig an Universitäten angegliedert, um den Wissensaustausch zu fördern. Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erarbeiten die sechs Wirtschaftsforschungsinstitute in Deutschland im Frühjahr und im Herbst jeweils eine gemeinsame Konjunkturprognose. Dazu gehören unter anderem das Institut für Weltwirtschaft (IfW/Kiel), das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW/Berlin) und das Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo/München). Sie gelten als führend in ihrer Disziplin. Wirtschaftsforschung würde dabei sowohl regional, als auch nach wirtschaftswissenschaftlichen Faktoren von Fakultäten der Universitäten, Verbände, Unternehmen, Banken, Ministerien, Kammern und multistaatlichen Organisationen wie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) oder der Weltbank betrieben.   

Eine Prognose bleibt eine Prognose

Wirtschaftsforschungsinstitute erstellen branchenspezifische Prognosen für die Zukunft und bilden auf Fakten basiert die aktuelle Realität ab. Mit ihren Publikationen über den zukünftigen wirtschaftlichen Kurs erreichen sie viel Aufmerksamkeit. Ihre Prognosen bilden unter anderem die Grundlage für die Steuerschätzung und die Haushaltsplanung des Staates. Der inhaltliche Wert von Konjunkturprognosen wird dabei jedoch häufig angezweifelt, da sie eher selten eintreffen und häufig korrigiert werden. So treffen die Forschenden laut n.tv ihre Aussagen auf Basis von einigen Annahmen. Zu Beginn jeder Prognose stehe eine Auseinandersetzung mit den Plänen der Finanzpolitik, eine Einschätzung der künftigen Geldpolitik und ein Überblick über weltwirtschaftliche Entwicklungen. Die Veröffentlichungen der Institute werden jedoch medial breit aufgenommen, sodass mögliche Fehler in den Publikationen schnell verbreitet werden. So hat das DIW 2019 eine fehlerhafte Statistik als Grundlage für seine Forschung genommen und in einer Studie zur Situation Berlins die Stadt zur Mordhochburg im Vergleich mit anderen Hauptstädten erklärt. Aufgrund solcher Ereignisse und des prozesshaften Charakters der Prognose bleibt eine kritische Auseinandersetzung mit den Forschungsergebnissen ratsam.

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