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KW 27/2021

Der deutsche Buchhandel im Fokus: Warum wir Bücher trotz allem noch immer lieben

Das Buch, das erste Massenmedium der Menschheit

Sie sind aus unserer Gesellschaft nicht wegzudenken – und zum Glück begegnen uns Bücher weiterhin an vielen Orten. Zahlreiche Ketten wie Thalia oder Hugendubel oder private Buchläden trotzen den medialen Konkurrenten wie Film, Fernsehen und Internet. Ob in der Schule oder Universität, als Lehrbuch, Unterhaltungsliteratur oder wertvolle Antiquität in den heimischen Bücherregalen, das Buch begleitet uns als Medium. Die Faszination begann schon weit vor Johannes Gutenberg, der im 15. Jahrhundert die moderne Druckerpresse erfand und damit eine Medienrevolution auslöste. Vor dem Buchdruck gab es bereits Papyrusrollen und Kodexe, die besonders zu Zeiten des Römischen Reiches sehr beliebt waren. Öffentliche Bibliotheken standen damals auch für Menschen offen, die nicht der reichen Oberschicht angehörten. Im Mittelalter wurden Bücher aufwendig in Handarbeit gefertigt sowie hauptsächlich von Mönchen kopiert und bebildert. Dadurch konnten sie sich fast ausschließlich Adlige und Wohlhabende leisten – bis Gutenberg die Druckerpresse erfand und Bücher wieder bezahlbar wurden. Damit war das erste Massenmedium unserer Zeit geboren.

Faszination Lesen

Die Unterhaltungsbranche hat sich seit Gutenberg stark verändert. Wo bleibt neben Internet, Film und Fernsehen noch das im Verhältnis fast schon antike Buch in gedruckter Form? Dass ihm vor ein paar Jahren noch der baldige Tod vorausgesagt wurde, liegt vor allem an E-Books, Hörbüchern und natürlich dem Internet, welches sämtliche Lexika ersetzt. Außerdem finden laut der PISA-Sonderauswertung 2021 immer weniger Kinder und Jugendliche Spaß am Lesen. Dabei ist es egal, ob die Texte digital verarbeitet sind oder haptisch als Buch. Wenn sie aber zum Buch greifen, bevorzugen sie Bücher aus Papier. Erwachsene teilen diese Präferenzen. 2017 waren die E-Book-Verkäufe nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zum ersten Mal rückläufig. Laut dem Handelsverband gehören Bücher weiterhin zu den beliebtesten Geschenken in Deutschland. Das liegt wohl daran, dass spannende Geschichten ihre Wirkung auf den menschlichen Geist nicht verloren haben. Denn Bücher geben ihren Leserinnen und Lesern die Möglichkeit, ihre eigene Fantasie zu entfalten. Während bewegte Bilder das Aussehen der Schauplätze und Charaktere vorgeben, entsprechen sie in Büchern unserer eigenen Gedankenwelt. Aus genau diesem Grund sei während der Pandemie die Liebe zum Lesen – und zu Büchern – laut dem Bayerischen Rundfunk bei vielen Menschen wieder neu aufgeflammt.

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