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KW 26/2021

Porsche als Beispiel des Wandels zur Klimafreundlichkeit: Ein Traditionsauto, das unter Strom stehen wird

70 Jahre Tradition

Das erste unter dem Namen Porsche gebaute Fahrzeug erhielt am 8. Juni 1948 seine Zulassung. Es war der 356 Nr.1 Roadster. Dieser Tag gilt als die Geburtsstunde der Marke Porsche. Mit dem Roadster verwirklichte sich Ferdinand „Ferry“ Porsche erstmals seinen Traum vom sportlichen Fahren. Der Nachfolger des 356 – und das wohl bekannteste Modell – ist der Porsche 911. Dieser verschaffte dem Unternehmen schlussendlich den Durchbruch als einer der führenden Sportwagenhersteller der Welt. Dabei werden von Porsche-Fans sowohl der Stil als auch die Technik in höchsten Tönen gelobt. In das Gedächtnis hat sich der 911er nachhaltig eingebrannt, da es ihn in vielen Varianten gab und bis heute gibt: Vom 911 Targa über den Carrera bis zum Turbo hat jedes Modell besondere Vorzüge, um verschiedene Zielgruppen anzusprechen. Ein geschickter Schachzug, um den Sportwagen allen schmackhaft zu machen. Es gibt zahlreiche Weiterentwicklungen des Modells, das bis heute der Inbegriff der Marke ist. Seitdem ist Porsche auf der Rennstrecke wie in der Innenstadt zu finden. „Tradition ist eine Verpflichtung. Ohne unsere Tradition, ohne unsere Kernwerte stünden wir nicht da, wo wir heute sind“, betont der Vorstandsvorsitzende Oliver Blume. Ist neben der Tradition noch Platz für Neues?

Eigene Studie für den Wandel: Porsche auf „Mission E“

Für die Zukunft schlägt der Autohersteller einen neuen Weg ein: Mission E. Denn auch das Segment der Sportwagen soll klimafreundlich werden. Aber schafft Porsche es, den hohen Ansprüchen seiner Kunden mit einem E-Sportwagen gerecht zu werden? Um das umzusetzen, investierte Porsche rund eine Milliarde Euro in die Mission, den neuen 911er unter den E-Autos zu schaffen, so das Unternehmen nach eigenen Angaben. Am Ende der Studie steht jetzt die vollelektrische Taycan-Modellreihe. Der Taycan ist jedoch der Anfang und nicht das Ende: Da Sportwagen viel Power benötigen, brauchen sie leistungsstarke Batterien, die es laut Oliver Blume noch nicht gibt. Deshalb legt der Hersteller selbst Hand an. Ab 2024 könnten die Batterien laut der Tagesschau vom Band laufen. Bis 2030 will der Autobauer bilanziell CO2-neutral sein und verfolgt damit ambitioniertere Ziele als Daimler und Volkswagen. Klimaschützer befürchten jedoch, dass die bilanzielle CO2-Neutralität mit Kompensationsprojekten eingekauft wird. Ob die Ziele Porsches realistisch und in der Realität klimafreundlich sind, bleibt abzuwarten. Eine Verbindung aus beliebter Tradition und notwendiger Moderne wäre wohl ein vollelektrischer 911er. Doch dessen zeitnahe Produktion hält die Tagesschau für unwahrscheinlich. Dennoch wärmt sich Porsche mit dem Taycan und der Batterie-Entwicklung bereits auf, um den Spagat zu schaffen.

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