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KW 18/2021

Digitale Kunstwerke: Ermöglichen NFTs eine neue Form der Kunst?

Was sind NFTs?

NFT steht für Non-Fungible Tokens. Es verbirgt sich also der Begriff „nicht ersetzbar“ dahinter. NFTs sind eine Art der Blockchain, wie sie von Bitcoins bekannt ist. Eine Blockchain verhält sich in etwa wie eine Datenbank, die sich aus verschiedenen Blöcken aufbaut. Die Blöcke hängen wie Perlen auf einer Kette nebeneinander aufgereiht. In jedem Block sind einerseits die eigentlichen Daten gespeichert, die für diesen Block vorgesehen sind, und andererseits befindet sich der sogenannte Hash-Wert auf ihnen. Dieser garantiert, dass der Dateninhalt unverändert bleibt. Neben dem eigenen Hash-Wert kennt jeder Block auf der Kette (Chain) den Hash-Wert seines Vorgängers. So ist die Blockchain in der Lage, sich selbst auf ihre Echtheit zu kontrollieren. Verändern äußere Einflüsse einen Hash-Wert, reißt sie und die gespeicherten Daten sind nicht länger einsehbar. Das garantiert einen besonderen Schutz vor Angriffen, Veränderungen oder Manipulationen der Daten. Dadurch erfreuen sich NFTs momentan besonderer Beliebtheit.

Ist das Kunst oder kann das weg?

Für Künstlerinnen und Künstler öffnen sich durch NFTs neue Türen. Was vorher kopiert, vervielfältigt und zu günstigen Preisen weiterverkauft oder umsonst geteilt werden konnte, ist nun geschützt. Das erklärt auch die momentan beliebtesten Anwendungen von NFTs: Krypto-Kunst und digitale Sammlerobjekte. Filme, Musik und Bilder können nun gesichert und zu einem für die Künstlerinnen und Künstler fairen Preis versteigert werden – ohne illegale Duplikationen. Hinzu kommt, dass sich mit der sogenannten Krypto-Kunst neuartige Gebiete aufgetan haben. Es werden nicht länger die Werke an sich oder die Urheber- beziehungsweise Verwertungsrechte verkauft, sondern das digitale Echtheitszertifikat, welches das Kunstwerk repräsentiert. Was das in der Realität bedeutet, zeigt das Beispiel des Auktionshauses Christie’s: Von dem Grafiker Mike Winkelmann, der auf den Künstlernamen „Beeple“ hört, wurde dort eine NFT-Datei, die mit 5.000 digitalen Bildern von ihm bespielt war, versteigert. Nach Ablauf der Auktion ging die Datei für 69.000.000 US-Dollar über den Ladentisch. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, setzen zunehmend renommierte Auktionshäuser auf die NFT-Objekte, um eine jüngere Kundschaft anzulocken. Dies ist also eventuell erst der Anfang der digitalen Kunst und ihrer neuen Möglichkeiten.

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