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KW 13/2021

Die #MeToo-Kampagne: Wie Bewegungen uns verändern können

#MeToo: Teilen statt Tabuisieren

Den meisten Menschen dürfte dieses Hashtag bekannt sein. Vor ein paar Jahren gewann #MeToo große Popularität, nur leider aus unerfreulichen Gründen. Es begann mit einem Artikel von 2017 in der New York Times, in dem Harvey Weinstein Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe vorgeworfen wurden. Dies sorgte für einen globalen Aufschrei. Wenige Tage später rief die amerikanische Schauspielerin Alyssa Milano dazu auf, unter #MeToo Geschichten von Frauen zu teilen, die ebenfalls sexuelle Übergriffe erleiden mussten. Damit wollte sie die Gesellschaft dafür sensibilisieren, dass sexuelle Übergriffe kein Tabu-Thema sein sollten und häufiger vorkommen als gedacht. Wie die ZEIT berichtet, wurde dieses Hashtag bereits 2006 von einer Aktivistin namens Tarana Burke verwendet, um auf sexuellen Missbrauch an afroamerikanischen Frauen aufmerksam zu machen. Inzwischen versammeln sich unter #MeToo weitere Vorwürfe, die über sexuelle Nötigung hinausgehen. Auch Rassismus-Erfahrungen werden inzwischen unter dem Hashtag geteilt.

Wie verändern uns soziale Kampagnen?

Die #MeToo-Kampagne gibt Betroffenen einen Raum, über ihre Erfahrungen zu berichten – doch gerade in diesem Fall steht die Kampagne vor der großen Aufgabe der Gleichberechtigung. Laut der Süddeutschen Zeitung hat eine Studie die Auswirkungen von #MeToo auf das Verhalten von Männern und Frauen am Arbeitsplatz erforscht. Nach ihren Ergebnissen hat die Aufmerksamkeit der Kampagne nicht nur für eine Verbesserung gesorgt, sondern auch dafür, dass Frauen prozentuell weniger eingestellt werden, um so dem Problem sexueller Übergriffe aus dem Weg zu gehen. Aber es gibt auch Erfolge zu berichten, für die sich die Kampagne gelohnt hat: Schweden hat laut welt.de ein neues Gesetz erlassen, bei dem alles als Vergewaltigung gewertet wird, was nicht ausdrücklich einvernehmlich ist. In Deutschland wurden die Gesetzte bereits 2016 verschärft: Das Wort „Nein“ reicht als Grenze. Wer trotz dieser Ablehnung übergriffig wird, wird straffällig. Große Unternehmen, wie zum Beispiel der WDR, haben sich, nachdem bekannt wurde, dass es in den in den 90er Jahren mehrere Missbrauchsfälle gab, großflächig neu organisiert und Beratungsstellen für Opfer geschaffen. Der wohl medienwirksamste Erfolg war aber die Verurteilung von Harvey Weinstein im Februar 2020 zu 23 Jahren Haft.

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