PPR-NEWS

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KW 44/2020

Wenige schaffen es. Die es schaffen, werden Unicorn genannt. Warum?

Einhörner sind selten in der Wirtschaft

Viele Menschen sind mir in der Wirtschaft begegnet, die Firmen gegründet haben. All die Schwierigkeiten, von Null an Kunden aufzubauen, Mitarbeiter zu finden und die fairen Dienstleister dazu, sind eine sehr große Herausforderung. Während es in den USA formell einfacher ist, als Unternehmer erfolgreich zu sein, gilt in Deutschland das Gebot der steten Langsamkeit. Nun gibt es ganz, ganz wenige, die über das sehr übliche Ziel hinausschießen und sehr schnell und das erfolgreich dazu wachsen. Diese werden neudeutsch Unicorn genannt, da Einhorne in den Märchenbüchern so selten sind wie vierblättrige Kleeblätter. Diese Start-ups haben eine Marktbewertung vor einem Börsengang von über eine Milliarde Euro. Der Begriff hat sich in den 2010er Jahre herausgeschält. Das Magazin Fortune hat im Jahr 2016 weltweit 174 Firmen als Unicorn bezeichnet. Es verdeutlicht, wie wenige es geschafft haben, eine so erfolgreiche Firma aufzubauen. In Deutschland haben sich unter anderem diese Start-ups zum Unicorn gewandelt, die vielleicht nicht allen bekannt sind: N26, Auo1, CureVac, DeliveryHero, Global Fashion Group. So arbeiten Unicorn ein wenig im Hintergrund, mag man denken. Dort, wo auch Einhörner sind: irgendwo auf der Lichtung, die wir nur zufällig finden.

Warum wir von Unicorns im Grunde nichts lernen können

Ein Unicorn will ich näher beschreiben. Es heißt Delivery Hero und hatte bereits im Jahr 2016, selbst so benannt, 200.000 Partnerrestaurants. Es wickelt online über 13 Millionen Bestellungen über seine Plattform ab. Heute ist das Unicorn in über 40 Staaten aktiv, darunter auch Australien und Südkorea. Über 12.000 Mitarbeiter zählt das Unternehmen, was auch daraufhin deutet, dass diese neuen, großen Firmen viele Arbeitsplätze geschaffen haben, was sehr zu würdigen ist. Delivery Hero hat einen Mitgründer und Geschäftsführer aus Schweden, ist ansonsten zugleich eine deutsche Firma, die auch in Deutschland gelistet ist. Niklas Östberg heißt der Mann und er ist, was einem schönen Klischee entspricht, ein ehemaliger Unternehmensberater. Viele Unicorn werden von Geistesarbeiterin dieser Zeit gegründet und sind weniger ein Herr Daimler oder ein Herr Ford. Was wir von ihnen lernen können? Im Grunde wenig, denke ich. So, wie Einhörner unfassbar sind, ist die Erfolgsgeschichte der Unicorn ebenso eines: selten und damit kein Maßstab für uns.

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