PPR-NEWS

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KW 43/2020

Ein paar Wochen zur Wahl in den USA, ein paar Gedanken an meine amerikanischen Freunde

Autokraten und Kleptokraten haben den Traum zerstört

Ich finde, dass zum US-Präsidenten Donald Trump alles geschrieben und gesagt ist. Im Gegenteil finde ich es bedauerlich, dass ich täglich seit dem Wahlkampf in 2016 bis in mein Wohnzimmer hören und lesen muss, was er hinausposaunt. Mir ist heute in den News wichtig, von unseren Partnern und Freunden in den USA zu berichten. Viele sind wirtschaftlich stark von der Pandemie betroffen. Die einen etwa betreiben einen Kostümshop in Los Angeles und haben seit März 2020 keine Einnahmen mehr. Bereits vor der Pandemie trauten sie ihrem Präsidenten kein gutes Regieren zu und schwankten dazwischen, ihn lächerlich zu machen und ihn sehr ernst zu nehmen. Ein anderer Partner, aus Redondo Beach, kämpft seit Jahren in den Business Netzwerken online gegen die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft an. In einer Freundesfamilie, in der die Frau in 2016 Clinton und der Mann Trump gewählt hat, ist bis heute der Riss an dem Abendbrottisch spürbar. So kann ich aus ersten Quellen berichten, dass mit der Kultur der Spannung und dem Spalter an der Spitze es leider sehr wahrscheinlich ist, dass, selbst bei der Wahl von Biden, die USA in diesem Jahrzehnt (und vielleicht länger) ein Land des Unfriedens und auch der Hoffnungslosigkeit, den alten Traum zu beleben, geworden ist. Manche von ihnen loben Deutschland sehr und witzeln gar, zu uns auswandern zu wollen.

Freunde schauen auf das neue Sehnsuchtsland Deutschland

Die schlimmste Erfahrung machte ich ausgerechnet mit dem besten Partner unter den PR-Firmen, die wir von PPR Hamburg seit 2011 in vielen westlichen Ländern zu Freunden machen konnten. Der Freund, und ich verwende seinen Namen nicht, hat sich zur der Kommunikationsstimme in den USA entwickelt. Verortet in Washington, D. C., ist seine Firma bekannt und anerkannt. Über Bücher und Artikel, die er nun seit Jahren schreibt, ist er zu einem der wichtigsten Expertenstimmen in den USA geworden. Er beschrieb die heutigen USA in einer persönlichen Nachricht als Gefangene von Kleptokraten und Autokraten, also im Besitz der Geldgierigen und der demokratiefeindlichen Herrscher persönlicher Macht. So, wie es vielen ergeht, die heute mit den USA reden, telefonieren, sich über das Internet und die Messenger-Dienste austauschen, war die Nachricht an mich von solcher Betroffenheit meines Freundes, dass ich etwas Neues daraus gelernt habe: Das Wort der Freiheit und der Meinung hat sich in den USA in den letzten Jahren stärker und stärker in eine Atmosphäre der Angst und Unfreiheit entwickelt. Warum? Weil meine Freunde und Partner mir tatsächlich vermitteln, dass Amerika zu einem Land geworden ist, das ihnen Angst macht. Was ist zu tun? Ihnen ein wenig beistehen und in Worte fassen, was sie uns sagen wollen über ein Land, das am 4. November wahrscheinlich weder gerettet noch vernichtet sein wird, sondern so bleibt, wie es heute ist: zerrüttet in Spaltung.

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