PPR-NEWS

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KW 41/2020

Krise? Wieso Krise? Hier sind die Chancen, die uns andere Entscheider in Deutschland vorleben (wollen)

Krise heißt Erneuerung

Dass die Pandemie Deutschland hart getroffen hat, kann ein jeder längst herunterbeten. Zugleich zeigt sich, dass die Deutschland AG robuster ist als viele Meldungen es erscheinen lassen. So meldet die deutsche Industrie jüngst, wie sie die Corona-Pandemie trotz finanziell verheerender Auswirkungen als Chance begreift. Viele Entscheider haben sich in Kooperation mit den Betriebsräten deutlich effizienter, digitaler und krisenfester aufgestellt. Zu diesem Ergebnis kommt die „Corona-Restart-Umfrage“ des Vereins Deutscher Ingenieure e.V. (VDI) und der Unternehmensberatung Agiplan, an der Entscheider aus 169 Industrieunternehmen teilgenommen haben. Kein Zweifel besteht daran, dass die Lage ernst ist: Über 70 Prozent der teilnehmenden Unternehmen beklagen einen Corona-bedingten Umsatz- und Absatzverlust. Knapp 90 Prozent mussten mindestens vereinzelt Projekte stoppen. Dagegen rechnet rund die Hälfte der Unternehmen mit einem Wiederanlauf der Geschäfte noch in diesem Jahr. Dass es einige Bereiche, so die Automobilbranche und die Luftfahrt, besonders hart getroffen hat, steht außer Frage. Jedoch decken die Leitbranchen nicht die komplette deutsche Wirtschaft ab. 93 Prozent der Unternehmen sind davon überzeugt, dass sie sich der Krise flexibel angepasst haben. Interessant in diesem Zusammenhang: Diejenigen Unternehmen, die ihre Prozesse umgestellt haben, neigen dazu, diese auch beizubehalten.

Start-ups bleiben optimistisch

Wer denkt, dass deutsche Neugründungen von der Corona-Krise weggewischt worden sind, ist ebenso überrascht. Zum einen sehen sich drei Viertel der Start-ups in ihrer Geschäftstätigkeit beeinträchtigt. Nichtsdestotrotz zeigen sich die Gründerinnen und Gründer gar optimistischer als die etablierte Wirtschaft. Sie planen, in den kommenden zwölf Monaten im Schnitt sechs neue Mitarbeiter einzustellen. Zu diesen Ergebnissen kommt im September der 8. Deutsche Start-up Monitor (DSM), den der Bundesverband Deutsche Start-ups e. V. und die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC in Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen erstellt haben. An der Umfrage zur Studie haben sich knapp 2.000 deutsche Start-ups beteiligt. So reagieren 90 Prozent der Befragten mit spezifischen Gegenmaßnahmen auf die Krise. Dabei wollen bisher nur wenige Personal abbauen, um Kosten zu sparen. Start-up-Entscheider zeigen in der Krise eine Haltung, die der von Familienunternehmern sehr ähnlich ist: Sie konzentrieren sich auf ihre Stärken und setzen auf nachhaltiges Handeln statt Personalabbau. Damit schaffen sie nicht nur Arbeitsplätze, sondern avancieren zum Wachstumsmotor, um die Wirtschaft aus der Krise zu führen. Nachhaltigkeit, übrigens, rückte in diesem Jahr weiter nach vorn: eine glückliche Begleiterscheinung eines Jahres, dass Entscheider und die Belegschaften gemeinsam bisher gemeistert und in 2021 meistern werden, wenn sie eines tun: nach vorne schauen.

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