PPR-NEWS

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KW 12/2020

Was Führungskräfte von Ex-Kanzler Helmut Schmidt lernen können: entschlossen und beruhigend durch die Krise

Der kühle Kopf aus Hamburg

Helmut Schmidt ist eine der bekanntesten und bedeutendsten Legenden Hamburgs. Knapp 100 Jahre lang prägte er das Leben in der Hansestadt und über die Stadtgrenzen hinaus. Und das nicht nur als fünfter Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. 1918 in Hamburg geboren, absolvierte er kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs sein Abitur mit den Ambitionen, später einmal Architekt zu werden. Nachdem der Zweite Weltkrieg zunächst seine Pläne durchkreuzte, studierte Schmidt schließlich Volkswirtschaftslehre sowie Staatswissenschaft und engagierte sich zu dieser Zeit bereits im Sozialistischen Deutschen Studentenbund. Neben seiner Tätigkeit als Senator der Polizeibehörde Hamburg, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und Bundesminister der Verteidigung sowie der Finanzen, wurde Schmidt 1974 schließlich zum Bundeskanzler der BRD gewählt. Acht Jahre lang hielt er sich in diesem Amt und etablierte sich nicht nur zum Jahrhundertpolitiker, wie die Deutsche Welle schreibt, sondern auch zum Krisenmanager.

Wille, Stärke und Zigaretten

Nachdem Hamburg von der großen Sturmflut 1962 getroffen wurde, war es Helmut Schmidt, der die Bundeswehr ohne gesetzliche Grundlage nach Hamburg geschickt hatte, um zahlreichen Menschen das Leben zu retten. Bundesweit wurde Schmidt dadurch als »Macher« und Krisenmanager bekannt, wie der NDR schreibt. Energisch und umsichtig koordinierte er die Hilfsaktionen und schiffte Hamburg aus der Krise. Während seiner Amtszeit als Bundeskanzler setzte sich Schmidt darüber hinaus mit einer Wirtschaftskrise gleich zu Beginn seiner Kanzlerschaft auseinander, mit dem Terror der Roten Armee Fraktion und mit dem Kalten Krieg. Sein besonderes Merkmal: Neben seiner »Schmidt-Schnauze«, mit der er stets offen und ehrlich kommunizierte, zeigte er sich seinen Gegnern entschlossen und mit einem messerscharfen Verstand. »Willen braucht man. Und Zigaretten«, plädierte Schmidt nach der Sturmflut, so die Deutsche Welle. Zwar lässt sich über die Zigaretten streiten, Willensstärke und ein kühler Kopf bilden allerdings die beste Grundlage, um als Führungskraft erfolgreich aus einer Krise herauszugehen, wie Schmidt gezeigt hat.

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