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KW 09/2020

Tesla in Brandenburg: Elon Musk, das weltweite Phänomen großer, neuer Kommunikation, ist auf deutschem Boden gelandet

Zuwachs für deutsche Autoindustrie

Tesla in good old Germany, der Auto-Weltmacht. Sicherlich ist es kein Zufall, dass sich Tesla-Gründer Elon Musk Deutschland, genauer gesagt die »brandenburgische Einöde«, wie die Süddeutsche Zeitung es beschreibt, als Standort für sein neues Werk ausgesucht hat. Neben VW, BMW, Mercedes und Audi komplettiert Musk mit seinen Elektroautos die Autoindustrie hierzulande, obwohl bei Tesla kaum mehr von Industrie gesprochen werden kann. Schließlich handelt es sich hierbei eher um Software-Produkte, die nicht mehr auf Ingenieurleistungen basieren, sondern auf Programmierung. Damit sind Tesla-Autos der Entwicklung Jahre voraus. Auch Musk selbst ist Programmierer und hat neben Tesla unter anderem das Online-Bezahlsystem PayPal sowie das private Raumfahrtunternehmen SpaceX gegründet. Bereits im kommenden Jahr sollen in Brandenburg die ersten Tesla-Fahrzeuge über das Fließband rollen. Bis dahin stößt der Großkonzern allerdings noch auf einigen Widerstand in Deutschland. Die Gegner sind jedoch nicht etwa die Autokonzerne, sondern Umweltschützer, die sich gegen die Rodung eines Waldgebietes, auf dem das Werk errichtet werden soll, wehren.

Zukunftsauto, Zukunftskommunikation

Doch Musk hat als Kommunikationsprofi längst Lösungen geschaffen, um den Kritikern zu begegnen. Nicht nur will er die gerodeten Bäume in dreifacher Zahl an anderer Stelle wieder aufforsten, so das Handelsblatt. Auch will er zusätzlich 400 Nistkästen für Vögel verteilen sowie Ameisennester und Reptilien wie Eidechsen umsiedeln lassen. Schnell wird also deutlich: Krisenkommunikation ist bei Musk gelernt. Darüber hinaus fällt der CEO durch eine weitere Besonderheit in seinem Kommunikationsverhalten auf. Denn um Nachrichten zu verbreiten, adressiert er nicht die Medien direkt. Diese müssen sich stattdessen über ihn informieren. Musk sucht sich seinen Weg über Soziale Medien wie Twitter und schafft dort durch wenige Zeichen ganze Nachrichten für die Medienberichterstattung. Das zeigt ein Artikel der Stuttgarter Zeitung. Diese schreibt, dass Musk seinen Followern auf Twitter die Frage »Giga Texas?« gestellt hat, um ein Meinungsbild davon zu erhalten, ob ein neues Werk in Texas gebaut werden soll. Nicht nur verkündet Musk damit die Absicht, ein neues Werk zu errichten und schafft damit die Nachricht für die Medien, auch bezieht er seine Zielgruppen durch aktive Diskussionen mit ein. Das ist zukunftsfähige Kommunikation, die genauso wie seine Autos, der Zeit voraus ist.

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