PPR-NEWS

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KW 51/2019

Wer nur war der Weihnachtsmann und warum war er ein Mann? Über die Gleichberechtigung, wie sie sich in der überlieferten Geschichte darstellt

Der heilige Nikolaus fährt im Coca-Cola-Truck

Wer an das »Ho, Ho, Ho« des Weihnachtsmannes denkt, wird wohl eine tiefe, brummige Stimme im Kopf haben. Die Stimme eines bärtigen, alten und herzlichen Mannes. Vieles, was den Weihnachtsmann heute ausmacht, entwickelte sich erst im Laufe der Jahrhunderte. Gehüllt in das Corporate Design der Coca-Cola-Company ist der gute Kauz erst seit 1931 zu sehen, wie das Unternehmen berichtet. Sein Aussehen unterschied sich vorher je nach Interpretation des Künstlers, der ihn gerade abbildete. Seinen Ursprung hat er wohl im heiligen Nikolaus (oder Nikolaus von Myra), den wir am 6. Dezember feiern. Dieser soll zu Lebzeiten zahlreiche Wunder vollbracht haben und wurde nach seinem Tod, vor allem durch das Wirken des römischen Kaisers Justinian I., verehrt. Auch damals wurden bereits Geschenke an dessen Ehrentag verteilt und auch die Stiefel durften in dem Zusammenhang nicht fehlen. Mit der Reformation und der Ablehnung der Heiligenverehrung verschob sich dann die große Bescherung auf Weihnachten und ein neuer Gabenbringer musste her, so Focus.

Ein Gabenbringer im Prozess der Zeit

Väterchen Frost, Christkind oder Santa Claus: Die zahlreichen Kulturen dieser Welt formten aus dem Nikolaus unterschiedliche Gestalten mit diversen Namen und Erscheinungsformen. Nur sein Geschlecht blieb immer gleich. Schauen wir uns die Entstehungsgeschichte des Weihnachtsmannes an, ist dies nicht verwunderlich. Sie stammt aus einer Zeit, die mehr von Männern dominiert war als die heutige. Selbst wenn der Weihnachtsmann erst im 19. Jahrhundert Gestalt annahm und seit dem 20. Jahrhundert das rot-weiß dominiert, bleibt der heilige Nikolaus doch sein Ursprung. Dieser war nun einmal ein Mann und wie so oft wurden früher in erster Linie Männer verehrt. Aber auch an der Seite des Nikolaus von Myra gab es wohl keine Frau, da er Bischoff war. Von Weihnachtsfrauen also keine Spur. Selbst seine unzähligen Begleiter oder Gegenspieler sind größtenteils männlich. Da der Weihnachtsmann aber eine Gestalt ist, die zwar vom Nikolaus abstammt, aber ein reines Produkt menschlicher Fantasie ist, darf sicherlich auch die Weihnachtsfrau am 24. Dezember die Geschenke bringen. Warum nicht?

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