PPR-NEWS

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KW 39/2019

Greta – Warum Greta uns tatsächlich hilft: Die Welt braucht eine Person, damit sie ein Anliegen versteht

Greta – von der Schülerin zum Gesicht einer weltweiten Protestbewegung

Am 20. August 2018 setzte sich Greta Thunberg vor das schwedische Parlament, um für den Klimaschutz zu streiken. Dass daraus nach nur einem Jahr die weltweite Streik- und Protestbewegung »Fridays for Future« entstehen könnte, war seinerzeit noch nicht abzusehen. In dieser Woche sprach die 16-Jährige beim Jugendgipfel der Vereinten Nationen. Wie bei vielen Aktivisten verhält es sich auch bei Greta: Sie spaltet die Menschen. Die einen sehen sie als Vorbild, die anderen vermuten in ihr eine Inszenierung von geltungssüchtigen Eltern oder Unternehmen. Doch kann die Welt tatsächlich etwas von Greta lernen? Es ist zumindest ungewöhnlich, dass die typischen Abnutzungserscheinungen von Protestbewegungen nicht eingetreten sind. Im Gegenteil: Am 20. September demonstrierten rund 1,4 Millionen Menschen deutschlandweit für das Klima im Rahmen des global stattfindenden Klimastreiks. Sehen wir uns Gretas Auftritte an, fällt auf: Sie ist keine Ikone, stellt sich selbst nicht in den Mittelpunkt. Vielmehr ist sie Aktivistin und lenkt den Fokus auf das eigentliche Problem. Dabei eckt sie an – und hat erreicht, dass die Welt über den Klimaschutz debattiert.

Warum die Welt Menschen wie Greta braucht

Sie schreckt auch nicht davor zurück, den mächtigsten Menschen der Welt ihre Fehler in direkter Konfrontation aufzuzeigen. Greta steht stellvertretend für eine Generation »der Erwachten«. Ihr geht es nicht darum, Statussymbole zu platzieren, ihr geht es vielmehr darum, dass sich die Menschen, die Erwachsenen wie Jugendlichen, ihrer Verantwortung bewusstwerden. Sie zeigt in ihren Gesprächen mit den Politikerinnen und Politikern, dass auch Schülerinnen und Schüler etwas bewirken können und durch kluges politisches Handeln etwas erreicht werden muss. Es wird deutlich, dass die Gesellschaft Menschen braucht, die diese Überzeugung leben und sich dafür einsetzen. So steht Greta stellvertretend für die nächste Generation und zeigt uns nur zu deutlich, dass in einer funktionierenden Demokratie jeder die Möglichkeit hat, für ein Thema Bewusstsein zu schaffen und zumindest den ersten Schritt für Veränderungen einleiten kann – und Verantwortung übernehmen muss. Wir haben keinen Plan(et) B.

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