PPR-NEWS

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KW 24/2019

Was sich Familienunternehmer heute von der Politik wünschen, ein Überblick der wichtigen Stimmen

Das schafft Familie

Der Verband für Familienunternehmer feierte in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen. 80 Unternehmerfamilien schlossen sich damals zusammen, um Wirtschaftsminister Ludwig Erhard beim Aufbau einer Freien und Sozialen Marktwirtschaft zu unterstützen. Mittlerweile vertritt der Verband die Interessen von rund 180.000 Familienunternehmern in Deutschland. Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, wie sie es selbst bezeichnen. Eine Rolle, die andere Nationen bewundern und beneiden. Die 70-Jahr-Feier nutzten die Unternehmer, um auf die »Industriestrategie 2030« von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zu reagieren. Diese stellt eher Großkonzerne als mittelständische Unternehmen in den Mittelpunkt, schreibt die »Welt«. Verbandspräsident Reinhold von Eben-Worlée bezeichnet das Konzept als eine »Antimittelstandspolitik« und präsentiert im Gegenzug das Konzept der Familienunternehmer: »Nationales Fitnessprogramm – sofort umsetzbar« und erklärt, was sich Familienunternehmer von der Politik wünschen.

Mittelstand als Mittelpunkt

In den Fokus stellt das Konzept der Familienunternehmer eine offene Wirtschaftspolitik und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen, sagt Eben-Worlée. Gleichzeitig ist von der Entlastung bei Steuern, Energie- und Arbeitskosten die Rede, so das »Handelsblatt«. Auch der Ausbau der digitalen Infrastruktur soll beschleunigt und der Kampf gegen Fachkräftemangel vorangetrieben werden. Hauptgeschäftsführer des Verbandes für Familienunternehmer, Albrecht von der Hagen, kritisiert die „defensiv-ängstliche“ Haltung von Altmaier in der globalen Wirtschaft. Denn gerade der Mittelstand ermöglicht ein Begegnen auf Augenhöhe. Hierfür müssen insbesondere Familienunternehmen gestärkt werden, die für zwei Drittel des deutschen Exportvolumens verantwortlich sind, so das »Handelsblatt«. Auch Schrauben-Milliardär und Familienunternehmer Reinhold Würth äußert sich über die Politik in Deutschland. So bezeichnet er nicht nur die Umweltpolitik als Katastrophe, sondern spricht sich auch für »Made in Europe« aus, der Stärkung der EU, wie er in einem Interview mit der »Bild« bekannt gab. Es sind eindeutige Wünsche von wichtigen Persönlichkeiten des Mittelstandes, die im Lärm heutiger Konzernkommunikation kaum in die Mitte vordringen. So sind deren Äußerungen weitere Warnsignale an eine Politik in Berlin, nicht im Stillstand des Beharrens zu verbleiben, sondern tatsächlich ein Feuerwerk an Innovation, Mut und Tatkraft wieder zu erringen.

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