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KW 11/2019

Füller oder Tastatur? Der Zwiespalt zwischen der alten Schule und der Notwendigkeit der Digitalisierung

Schiefertafeln – Vorfahren des iPads

Rechnen, Lesen, Schreiben. Seit im Jahr 1919 die allgemeine Schulpflicht in ganz Deutschland eingeführt wurde, müssen Kinder für acht Jahre die Schulbank drücken – ab diesem Zeitpunkt Mädchen wie auch Jungen. Natürlich mit dem Ziel, Kindern bei der Entwicklung zu verantwortungsvollen Persönlichkeiten zu unterstützen und Werte zu vermitteln. Und Unwissenheit wie bei Pippi Langstrumpfs „Plutimikation“ zu vermeiden. In den letzten 100 Jahren hat sich in Deutschlands Klassenzimmern einiges getan. Noch fast bis in die 1960er Jahre hinein schrieben Schüler mit Griffeln auf Schiefertafeln, bis anschließend Füllfederhalter und Papier die kleinen Täfelchen ersetzten. Ob Schüler mit dem Füller, Kugelschreiber, Bleistift oder Filzstift schreiben, das spielt heutzutage kaum mehr eine Rolle. Entscheidender ist eine andere Entwicklung: die der Digitalisierung. Im Jahr 1984 veröffentlichte der Spiegel einen Artikel: „Alarm in den Schulen: Die Computer kommen“. 35 Jahre später erscheinen ähnliche Schlagzeilen in den Medien. Alarm, die Tablets kommen!

Preis der Notwendigkeit

Vom allerersten Computer in Schulen hin zu Computerräumen und Beamern. Laut Statista wurde im Jahr 2017 der Computer in 79 Prozent der Schulen eingesetzt, in nur 22 Prozent täglich. Das Tablet kam lediglich in 20 Prozent der Schulen zum Einsatz. Mittlerweile wünschen sich 91 Prozent der Lehrer eine Aufbereitung der Lehrmaterialien mit digitalen Technologien, schreibt das Politik-Magazin Cicero. Die Digitalisierung steht vor den Klassenzimmertüren und wartet nur darauf, hereingelassen zu werden. Welchen Preis aber bringt sie mit sich? Natürlich den notwendigen Anschluss an eine digitale Welt. Schon lange hängen deutsche Schulen hier hinterher, schreibt die Tagesschau. Doch auch Bedenken kommen mit der neuen Entwicklung. So berichtet die FAZ von der Sorge, dass sich die Schreibfähigkeit der Schüler verschlechtert, wenn weniger mit der Hand geschrieben wird. Ein Konflikt, der in Zukunft Schüler, Eltern und Lehrer beschäftigen wird. Vielleicht sollte ein gutes Mittelmaß gefunden werden, etwas zwischen Füller und Tastatur. Es gilt neue Potenziale auszuschöpfen und Altbewährtes nicht zu vergessen.

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