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KW 10/2019

Das 21. Jahrhundert – das Jahrhundert der Frauen: Wir berichten, was sich dahinter verbirgt

Viel getan und viel zu tun

Kaum ein Prozess bewegt sich so schleichend wie die Gleichberechtigung. Egal ob es um die Ethnie, Religion oder das Geschlecht geht. Es ist das 21. Jahrhundert: Seit 100 Jahren gibt es in Deutschland das Frauenwahlrecht, seit 70 Jahren sind beide Geschlechter vor dem Gesetz gleichberechtigt. Die Welt war und ist dennoch weiterhin eine Männerdomäne. Ja, Frauen dürfen schon seit einem Jahrhundert wählen. Zur Wahl standen aber lange Zeit fast nur Männer. Und ja, laut Grundgesetz sind alle Menschen gleich. Doch das letzte Wort hatte auch nach dem Meilenstein der deutschen Gleichberechtigung der (Ehe-)Mann. Die vorrangigen Berufe der Frau sollten nicht etwa Schreinerin oder Chemikerin sein, sondern Mutter und Ehefrau, so der Deutschlandfunk. Viele Frauen kämpften hart und lange für die Rechte, die sie und ihre Nachfahrinnen heute haben. Das gleiche Wahlrecht wurde über Jahrzehnte gefordert, berichtet die Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft. Bis heute haben die Frauen einiges erreicht, doch die ganze Arbeit ist noch nicht getan.

Bloß nicht zufrieden sein

Zwar regiert eine Frau über Deutschland, darüber hinaus ist das weibliche Geschlecht in Führungspositionen weiterhin kaum vertreten: Mehr als 90 Prozent der Vorstände sind männlich, schreibt der Spiegel. Grund für den geringen Frauenanteil in Führungspositionen ist häufig die Familiengründung. Und die Kinder bekommen zwangsläufig immer die Frauen. Ein beruflicher Aufstieg ist anschließend schwer. Auch das Gehalt bleibt bei Frauen sogar nach zehn Jahren noch zu 61 Prozent geringer als zuvor, so die Zeit. Missstände wie solche werden heutzutage dank den (Sozialen) Medien kontinuierlich diskutiert. Auch der Weltfrauentag dient jedes Jahr als Anstoß zur Gleichstellungs-Debatte. Veränderungen finden in der technologisierten Moderne schneller statt. Genau diese Kombination aus dem Wissen, bereits viel erreicht zu haben und der stetigen Unzufriedenheit, noch einiges ändern zu wollen, treibt den Veränderungsprozess stetig voran. Das 21. Jahrhundert steckt noch in den Kinderschuhen. Dem Verständnis für Gleichberechtigung geht es ähnlich. Doch es wächst: In rund 80 Jahren könnte es erwachsen sein, sofern sich alle gemeinsam darum kümmern – und weiterhin unzufrieden bleiben.

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