PPR-NEWS

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KW 09/2019

Warum die unter 40-Jährigen die Initiative ergreifen sollen, schildert Nils Lassen, einer der Leiter des Unter 40 Jahre Hamburger Unternehmerstammtisches von PPR Hamburg & Friends

Gründer braucht das Land

Viele der erfolgreichsten Unternehmer unserer Zeit begannen im jungen Alter ihren Siegeszug nicht in schmucken Büros, sondern in mittlerweile sehr berühmten Garagen. Steve Jobs sowie William Hewlett und David Packard sind nur einige der Personen, die ihre Weltkonzerne zwischen Schrauben und Werkzeug großzogen. Der anschließende Erfolg bringt Aufmerksamkeit. Arbeitsplätze werden geschaffen, Menschen lassen sich nieder, Standorte wachsen und ernähren sich vom Profit. Den Aufschwung nutzen Städte und Länder für den eigenen Wachstum. Laut einer Studie des Deutschen Startup Monitors erwirtschaften 83 Prozent der deutschen Start-ups ihr Geld im eigenen Land. Grund genug für staatliche Förderprogramme. Denn die Gründer-Szene habe hierzulande mit Fachkräftemangel und dessen Finanzierung zu kämpfen. Besonders in der IT-Branche ist dies ein altbekanntes Problem, schreibt das Handelsblatt. Aber auch die schleppende Bürokratie und schleichendes Internet seien Hindernisse. Und dann wäre da noch ein für den Staat kaum lösbares Problem: die Mentalität.

Scheitern will gelernt sein

Wohl kaum ein erfolgreicher Unternehmer steigt ohne Fehltritte die Erfolgsleiter hinauf. Fehler sind menschlich. Das ist in vielen Ländern der Welt durchaus akzeptiert. Beim Start-up-Vorbild Israel würden Misserfolge gleichauf mit Erfolgen zur Schau gestellt, so das Handelsblatt. In Deutschland herrsche hingegen keine Akzeptanz für eine »Kultur des Scheiterns«, wie es die FAZ nennt. Im internationalen Vergleich wäre die Angst bei jungen Unternehmern vor Misserfolgen hierzulande besonders ausgeprägt. Dabei seien Fehltritte gerade in Start-ups von überschaubarem Ausmaß. Häufig gäbe es in frühen Stadien nicht einmal Insolvenz-Gefahr und aufgrund ihrer geringen Größe keine Entlassungen hunderter Arbeitskräfte. Ein konstanter Erfolgsfaktor bleibt hingegen auch beim Scheitern der Erfahrungszuwachs – gerade für jüngere Menschen. Probleme werden erkannt und bestenfalls nicht wiederholt. Sicherlich nicht ganz zu Unrecht herrscht hierzulande der Stereotyp des ewig meckernden Deutschen. Vielleicht wird es Zeit, den Zweifel und nicht das Scheitern als Problem zu sehen. Denn wer bestätigt schon gerne ein Klischee?

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