PPR-NEWS

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KW 06/2019

Wir stellen eine starke britische Firma vor, die England jetzt verlässt: der Staubsaugerhersteller Dyson

Bye-bye, Britain

Vom Briten James Dyson gegründet, mit Hauptsitz in Malmesbury, Großbritannien, ist Dyson ein durch und durch britisches Technologieunternehmen. Fast 30 Jahre nach der Unternehmensgründung sorgt Inhaber Dyson auch weiterhin für wirtschaftlichen Zuwachs. Im letzten Jahr lag der Umsatz bei 4,4 Milliarden Pfund, berichtet die Welt. Doch nur vier Prozent davon wurden tatsächlich in Großbritannien erwirtschaftet, die Produktion hat sich bereits seit 2003 komplett in andere Länder verschoben. Dyson gilt außerdem als Brexit-Befürworter, der seinem Land schmackhafte Zahlen präsentierte, die es nach dem EU-Austritt zusätzlich verdienen könne, führt die Welt weiter aus. Jetzt scheint der Milliardär Malmesbury und damit Großbritannien den Rücken zu kehren, um seinen Hauptsitz nach Singapur zu verlegen. Das Handelsblatt berichtet über Vermutungen, dass Dyson so auf einen möglicherweise ungeregelten Brexit-Austritt reagiert und damit seinen eigenen Wachstums-Prophezeiungen nicht mehr zu glauben scheint.

Brexit-Flucht oder Business as usual?

Der Zeitpunkt des Wechsels mag aufgrund der politischen Lage und Äußerungen Dysons unvorteilhaft gewählt sein. Ihm wurde von manchen Politikern sogar Heuchelei vorgeworfen, schreibt das Handelsblatt. Der 2007 zum Ritter geschlagene Sir James verlässt das Land. Das wird in Politik und Medien emotional und rational betrachtet. Emotional, wenn das Unternehmen Dyson mit der Person und den Brexit-Aussagen James Dysons verbunden wird. Rational, wenn das Ziel der Firma betrachtet wird: Wachstum. Singapur lockt mit zahlreichen Vorteilen wie guten Fachkräften und Raum für Innovationen. Laut Handelsblatt entschied Dyson sich bereits im Oktober 2018, neben Staubsaugern auch Elektroautos herzustellen. Die sind vor allem in China sehr gefragt, einem riesigen Markt, mit dem Singapur ein Freihandelsabkommen besitzt. Für Dyson scheint Asien also optimale Voraussetzungen zu bieten - unabhängig vom Einfluss des Brexits auf Großbritannien.

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