PPR-NEWS

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KW 01/2019

Warum wir Menschen denken und fühlen, dass ein neues Jahr neue Hoffnungen bringt

Der gute Vorsatz als Voraussetzung

Gute Vorsätze soweit das Auge reicht. 2019 ist für viele Menschen ein weiteres Jahr, in dem sich mindestens eine Sache ändern soll. 30 bis 40 Prozent der Deutschen würden sich laut der Süddeutschen Zeitung für jedes neue Jahr etwas vornehmen, Ende Januar seien diese Vorsätze bereits zu zwei Dritteln über den Haufen geworfen. Besonders ärgerlich, wenn die Mitgliedschaft im Fitnessstudio eine Mindestvertragslaufzeit hat. Magazine und Zeitschriften berichten deshalb immer wieder über die besten Tipps, mit denen es auch wirklich jeder schaffe, die selbstgesteckten Ziele zu erreichen. Dabei nutzen sie den Drang des Menschen, sich zu idealisieren, die Industrie stellt die nötigen Mittel zur Verfügung, selbsternannte Experten geben Ratschläge und das soziale Umfeld weckt konstant neue Sehnsüchte. Geburtstage, Montage oder eben Neujahr bieten für Veränderungswünsche den perfekten Starttermin, berichtet das Handelsblatt. Aber nur an Neujahr sind die guten Vorsätze in aller Munde. Der Wunsch, etwas an sich verändern zu wollen, wird hierbei oft vorausgesetzt.

Natürlich menschliche Bedürfnisse

Der Wunsch nach Selbstverwirklichung ist eine Eigenschaft, die jeder Mensch in sich trägt. Sind grundlegende Bedürfnisse wie Nahrung oder soziale Integration erfüllt, rücken die Sehnsüchte in den Vordergrund – so beschrieb es der bedeutende Psychologe Abraham Maslow. Aber nicht jedes Verlangen ist angeboren, vieles wird sozialisiert. Im sogenannten Digitalen Zeitalter werden Schönheitsideale, Reiseziele und Erfolgsstorys inflationär produziert und verbreitet – immer häufiger auch durch die Menschen im engen sozialen Umfeld und nicht ausschließlich durch Prominente oder Influencer, stellt die Royal Society of Public Health fest. Es gibt zu viel, an dem man sich messen kann. Ideale gibt es zwar seit jeher, aber die Einflüsse sind deutlich umfangreicher als einst Statuen oder der Adel. So ist der Tag, an dem man sich von etwas Altem verabschiedet und eine neue Zeit empfängt, der perfekte Augenblick, um den Startschuss für Veränderungen zu setzen. Silvesterraketen sind nicht länger nötig, um Geister zu vertreiben, sie symbolisieren viel mehr den Startschuss für und die Hoffnung auf Veränderung.

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