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KW 51/2018

Wie die Führungskraft eines Weltunternehmens offenbar blind werden kann: Der Niedergang von Bayer zumindest in diesem Jahr

10.000 Probleme, aber Glyphosat sei keins

Asbest. Zigarettenrauch. Pilzgifte. Neben den alten Hasen im Kreis der Krebserreger stellt sich nun Glyphosat seit einiger Zeit den kritischen Blicken der Medien. Laut Weltgesundheitsorganisation sei nämlich auch das weltweit meistverkaufte Pflanzengift wahrscheinlich krebserregend. Über 70 Prozent aller Menschen würden es nach Angaben des BUND bereits in sich tragen, was natürlich zu Protesten gegen dessen Hersteller Monsanto führte. Der Konzern saß deshalb in seinen letzten Tagen eher auf der Anklagebank als im Chemielabor. Im Sommer hat der Leverkusener Riese Bayer den Angeklagten übernommen und damit auch knapp 10.000 wütende Kläger, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Vorstandschef Werner Baumann verteidigt die Entscheidung und gleichzeitig auch das Glyphosat, das bei richtiger Anwendung sicher und vor allen Dingen wichtig für die Landwirte sei, so das Handelsblatt.

12.000 weniger, zur Wahrung des Seins

Schlechte Schlagzeilen und klagende Bürger schaden dem Image von Bayer – das schreckt die Anleger auf. Dadurch sinkt der Aktienwert und schon steckt der Pharmakonzern in einer Krise. Jetzt werden Vorwürfe gegenüber Baumanns Entscheidung laut, Monsanto übernommen zu haben. Dieser würde es jedoch wieder tun, berichtet die Telebörse, schließlich habe es damals nur 21 Klagen gegeben. Doch befindet sich Bayer wirklich in einer Krise? Die 12.000 Mitarbeiter, die ihre Jobs verlieren, sprechen dafür. Die Anleger, die wieder in die Bayer-Aktie investieren, sprechen dagegen. Grund dafür seien die niedrigen Aktienpreise und das Gerücht, der Investor Elliot habe Anteile von Bayer gekauft, berichtet das Handelsblatt. Bestätigt ist aber nichts. So ist die Zukunft ungewiss und es wird börsentypisch spekuliert: Glyphosat ist nur wahrscheinlich krebserregend und Elliot hat auch nur wahrscheinlich Anteile gekauft. Ausgeschlossen von jeglichen Spekulationen bleibt jedoch der Jobverlust von 12.000 Menschen.

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