PPR-NEWS

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KW 38/2018

Wenn alle die Note eins bekommen, entwerten wir die Bestnote: Warum die zu große Flut an Auszeichnungen und Awards besondere Leistungen schmälert

Eine Überfülle an Auszeichnungen

Das Netzwerk für Digitale Gesellschaft hat ermittelt, dass es vielen Menschen zunehmend schwer fällt, sich durch die stetig zunehmende Digitalisierung und die mit ihr verbundene Fülle an Informationen im Datendschungel zurecht zu finden. Woran erkennt man ein gutes und erfolgreiches Unternehmen? Woher weiß man, ob ein Ansprechpartner kompetent und vertrauenswürdig ist? Wodurch zeichnet sich ein qualitativ hochwertiges Produkt aus? Eine erste Orientierung bietet für viele die Bewertung durch einen fach- und sachkundigen Gutachter beziehungsweise eine Jury. Doch heutzutage gibt es eine Vielzahl an Auszeichnungen für herausragende Leistungen in den verschiedensten Kategorien. Allein im Bereich der Wirtschaft gibt es den deutschen Wirtschaftspreis, den Auto des Jahres Preis, den Bayerischen Qualitätspreis, den Deutschen Gründerpreis, den Deutschen Handelspreis, den Europäischen Umweltpreis oder den Innovationspreis. Diese Liste lässt sich beinahe endlos fortführen.

Weniger ist mehr

Eine begehrte Auszeichnung stellt für viele Unternehmen der Deutsche Marketing Preis dar. Laut dem Marketingverband wird diese Auszeichnung für Spitzenleistung im deutschen Marketing vergeben, die auch über die Branche hinweg Relevanz besitzt. In diesem Jahr konnten sich Unternehmen erstmalig  online bewerben und anstelle von fünf, gab es zehn Finalisten. Bei der Flut an Ehrungen stellt sich jedoch die Frage: Welche Aussagekraft hat eine Auszeichnung, wenn stetig neue Preise für neue (Unter-)Kategorien ins Leben gerufen werden? Ist es überhaupt möglich, ein authentisches Bild eines Unternehmens anhand von Auszeichnungen zu erhalten? Bestnoten für alle trüben das Ergebnis und am Ende steht der Verbraucher genauso klug wie zu Beginn da. Vielleicht wäre es an der Zeit, die Devise Mark Twains zu beherzigen, der gesagt haben soll: »Es ist besser, Ehrungen zu verdienen und nicht geehrt zu sein, als geehrt zu sein und es nicht zu verdienen«.  

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