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KW 34/2018

Zwischen Zwitschern und Streiten: Wie Twitter von bekannten Persönlichkeiten genutzt wird, um Standpunkte zu kommunizieren

Das Auftreten bekannter Persönlichkeiten auf Twitter

Twitter gewinnt als soziale Plattform immer mehr an Bedeutung. Das Unternehmen selbst gab im Jahr 2018 eine Summe von 336 Millionen monatlich aktiven Nutzern weltweit an. Während Deutschland hierbei einen eher durchschnittlichen Marktanteil ausmacht, wird in den USA vor allem unter den Jüngeren kaum noch auf Twitter verzichtet. Fast 70 Millionen Menschen dieser monatlich aktiven Nutzer gehören der amerikanischen Bevölkerung an. Das spiegelt sich auch in der Öffentlichkeit wieder. Bekannte Persönlichkeiten, vorrangig die mit Interessengebiet in den USA oder der ganzen Welt, nutzen Twitter regelmäßig, um mit ihren Abonnenten in Kontakt zu treten und ihre Meinung kundzutun. Denn auf Twitter kann man ganz direkt und unzensiert seinen Gedanken freien Lauf lassen. Doch das Netzwerk behält sich das Recht bei, anstößige oder diskriminierende Tweets zu löschen und negativ auffallende Accounts zu sperren. Wenn es allerdings um bekannte Persönlichkeiten geht, geschieht das selten ꟷ zu selten?

Der Vorwurf, Propaganda zu tolerieren

Seien es Politiker, CEOs von Weltkonzernen oder Prominente ꟷ zahlreiche bekannte Persönlichkeiten setzen mehrmals täglich Tweets ab. Dadurch gelangen laut Twitter am Tag 500 Millionen Tweets weltweit ins Internet. Das soziale Netzwerk bietet die Möglichkeit der barrierefreien Kontaktaufnahme mit den Adressaten und der Bündelung der Interessengruppen. Dennoch kommt es immer wieder zu hitzigen Debatten, nicht nur auf der Plattform selbst, da Aussagen nicht geprüft oder belegt sein müssen. Bekannte Persönlichkeiten können so durch haltlose Behauptungen oder meinungsmachende Ankündigungen mit ihrer Reichweite schnell ein Millionenpublikum erreichen und beeinflussen. Dem amerikanischen Präsidenten wird seit geraumer Zeit vorgeworfen, dies ganz strategisch umzusetzen und Twitter, durch zum Teil umstrittener Meldungen, als Propaganda-Kanal zu nutzen. Seit jeher gerät auch das Netzwerk in starke Kritik, da es den amtierenden Politiker daran nicht hindern würde. Laut eigener Aussage wolle Twitter bei politischen Größen des öffentlichen Interesses wegen nur ungern eingreifen. Auf die Anschuldigungen reagieren sie dennoch in anderer Weise. Erst kürzlich löschte der Kurznachrichtendienst wegen koordinierter Manipulation hunderte Propaganda-Accounts. Das dürfte die Kritiker milde stimmen. Der Präsident allerdings scheint dennoch der Unantastbarkeit zu unterliegen.

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