PPR-NEWS

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KW 25/2018

Warum so vielen Zuschauern schöne Sendungen ohne Gewalt gefallen: Wie »Shopping Queen« gute Laune in deutsche Wohnzimmer trägt

Faszination Gewalt

Wer in letzter Zeit den Fernseher eingeschaltet hat, wird gesehen haben, dass an Mord und Totschlag selten ein Weg vorbeiführt: Piraten, die sich gegenseitig niederstechen, gleich zwei Tote beim »Tatort«  sowie  zahlreiche Verfolgungsjagden und einige Weltuntergangsszenarien. Mediale Gewalt ist etwas, das uns schon lange fasziniert. Auch wenn Gewaltdarstellungen im Fernsehen oftmals als unbehaglich empfunden werden, so haben sie gleichermaßen eine anziehende Wirkung auf die Zuschauer. Laut einer Studie von Anne Bartsch vom Institut für Medien und Bildungstechnologie an der Universität Augsburg ist Gewalt » immer dann tolerierbar, wenn sie andere wichtige Aspekte des Films emotional verstärkt – oder sie gar erst hervorruft.« Bereits zur Zeit Shakespeares wurden Gewaltdarstellungen in den unterschiedlichsten Formen als wichtige dramatische Elemente eingesetzt. Besonders Jugendliche sind eine Zielgruppe für gewaltverherrlichende Filme und Computerspiele. Der Münchner Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer vergleicht diese mit Alkohol: gesellschaftsfähig und für viele Menschen nicht problematisch. Einige jedoch können weder mit gewaltverherrlichenden Filmen noch mit Computerspielen oder Alkohol umgehen. Gefährlich könne es dann werden, wenn die Gewaltdarstellungen zum Vorbild werden.

Es geht auch anders

Berichte von Mord und Terror begegnen uns momentan täglich – sei es in fiktiven Filmen oder in den Nachrichten. Gerade deswegen kommen schöne Sendungen, wie zum Beispiel »Shopping Queen« genau gelegen: Die Show läuft jedes Mal in einer anderen Stadt. Frauen aus ganz Deutschland haben die Möglichkeit, sich zu bewerben. Pro Woche treten fünf Teilnehmerinnen an, die alle ein gemeinsames Motto vorgegeben bekommen, nach dem sie sich kleiden sollen. Am Ende der Woche wird die Gewinnerin – die Shopping Queen – gekürt. Designer Guido Maria Kretschmer, der die Show moderiert, begleitet die Damen via Kamera beim Einkaufen – und sorgt für gute Stimmung. Seine herrlich authentische Art begeistert die Zuschauer. Denn auch wenn er (stets konstruktive) Kritik übt, ist diese immer nett verpackt und etwas Positives findet er an jeder Kandidatin. Die Freude und gute Laune, die er ausstrahlt, überträgt sich in jedes Wohnzimmer. Sendungen wie diese sind erheiternd, unbekümmert und zeigen ideal, dass Unterhaltung auch ohne kaltblütige Gewaltdarstellungen funktionieren kann.

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