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KW 16/2018

Ein Mann, der Milliarden Menschen erreicht: Wie der jetzige Papst von Rom aus die Welt mit Informationen versorgt

Frischer Wind in Rom

Was wissen wir über den Papst? Wir stellen ihn uns wie eine Art »König« vor. Er »regiert« über mehr als 1,2 Milliarden Katholiken, spendet Segen und hat sein eigenes Reich namens Vatikan. Er hat alle Macht, Anordnungen zu geben, denen das Glaubensvolk folgen soll. Seit dem 13. März 2013 ist der jetzige Papst unter dem Namen »Franziskus« im Amt. Der 81-jährige Argentinier ist der erste lateinamerikanische Papst und gehört zudem als erster seines Amtes der katholischen Ordensgemeinschaft der Jesuiten an. Ein bescheidener Mann, der auf die Gemächer im Apostolischen Palast verzichtet. Am 22. März 2013 betonte Franziskus gegenüber dem Diplomatischen Korps: Seine Kirche erstrebe das Wohl jedes Menschen, Hilfe für Notleidende in jedem Winkel der Erde. Ohne Wahrheit gebe es keinen Frieden, weil dann jeder nur sein Recht fordere, ohne sich um das gemeinsame Wohl allen Lebens zu kümmern. Dass er keiner ist, der sagt ohne dementsprechend zu handeln, wurde schnell deutlich: Er zeigt sich, im Verhältnis zu seinen Vorgängern, tolerant gegenüber Wiederverheirateten, Homosexuellen und Priestern, die ihr Amt wegen einer Frau aufgeben. Auf die Frage, wie er beispielsweise mit der »Gay-Lobby« umgehen wolle, antwortete er: »Wenn einer [schwul]  ist und den Herrn sucht und guten Willen hat – wer bin dann ich, ihn zu verurteilen?«

Eine arme Kirche für die Armen

Im Januar 2015 traf sich Franziskus in einer inoffiziellen Audienz als erster Papst mit einem ehemals transsexuellen Mann, dem Spanier Diego Neria Lejárraga und kurze Zeit später auch mit einer Pilgergruppe von rund 50 amerikanischen homosexuellen Katholiken. Im Juni 2016 forderte Franziskus seine Kirche auf, sich für die Ausgrenzung und Diskriminierung Homosexueller zu entschuldigen und erklärte im Oktober 2016, dass Transsexuelle nicht ausgegrenzt werden dürften. Sie sollten von den Gemeinden integriert, begleitet und »näher zu Gott« geführt werden. »Genau das würde Jesus heutzutage tun.«  Auch trifft er sich regelmäßig mit Häftlingen und Ausgegrenzten, lässt Schlafsäcke an Obdachlose verteilen. Es scheint ein wenig mehr Offenheit in den Vatikan eingekehrt zu sein. Doch auch der charismatische Papst Franziskus macht Fehler. So soll er beispielsweise einen Bischof verteidigt haben, der einen Pädophilen gedeckt habe. Später entschuldigte er sich für seine Wortwahl. Ebenso findet die neu eingekehrte Modernität nicht nur Zuspruch: Nicht nur Kardinäle wie der Deutsche Gerhard Ludwig Müller machten deutlich, dass ihnen der neue Wind im Vatikan nicht passt. Die Mehrheit jedoch schätzt die lockere, sympathische Art von Papst Franziskus. Wir sagen: weiter so!

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