PPR-NEWS

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KW 12/2018

Und sie ist da, und sie ist da, bis heute: Die unglaubliche Erfolgsgeschichte der Heidi Klum

Von Bergisch Gladbach auf die internationalen Laufstege                                   

Dem deutschen Model Heidi Klum gelang das in ihrer Branche durchaus nicht übliche Kunststück nach dem Karrierehöhepunkt als Foto- und Laufstegmodell weiter im Rampenlicht zu bleiben. Als Moderatorin von Castingshows konnte Heidi Klum ihren beachtlichen Bekanntheitsgrad mit Ü40 halten. Als Tochter von Erna und Günther Klum wurde sie 1973 in der NRW-Stadt Bergisch Gladbach geboren. Ihre Mutter arbeitete als ausgebildete Friseurin und ihr Vater war als Facharbeiter und Produktionsleiter in der Chemieindustrie tätig. 1992 machte Heidi Klum ihr Abitur. Den Plan, eine Ausbildung als Modedesignerin zu machen, gab sie zugunsten einer Model-Karriere auf. Die hübsche Rheinländerin hatte in ihrem Schulabschlussjahr an der ersten Model-Casting-Show im deutschen Fernsehen teilgenommen: „Model '92“. Es ging um einen 300.000 US-Dollar werten Dreijahres-Modelvertrag. Die damals 19-Jährige setzte sich im Finale gegen insgesamt 25.000 andere Bewerberinnen durch und gewann die Show. Der Durchbruch war ihr endgültig 1998 gelungen.

Germany’s Next Topmodel

Als Cover-Girl der »Sports Illustrated Swimsuit Issue« stieß sie in die Supermodel-Liga vor. Es folgten Aufträge für die Edel-und-Teuer-Magazine »Vogue« und »Elle«. Von 1999 bis 2010 gehörte sie zum erlesenen Kreis der »Angels« genannten Models der Unterwäsche-Firma Victoria‘s Secret. Zudem war Heidi Klum für zahlreiche weitere Unternehmen als Werbeträgerin und Markennamengeberin unter Vertrag. 2006 erschien die erste Staffel von »Germany’s Next Topmodel«, welche Klum produziert und moderiert. Ziel der einmal jährlich ausgestrahlten Sendung ist es, Deutschlands »nächstes« Topmodel zu finden, welches ein Preisgeld von 100.000 Euro, ein Auto und einen Modelvertrag erhält. Doch die Sendung steht nicht selten unter Kritik der Öffentlichkeit: Die Mädchen würden abgerichtet wie Tiere und wie Ware behandelt. Zudem können die Models die gestellten Aufgaben aus persönlichen Gründen, etwa aus Schamgefühl bei freizügigen Fotos oder Phobien, verweigern, doch könne sich dies negativ auf Entscheidungen der Jury auswirken, was die Mädchen absichtlich unter Druck setze. Aber auch die meist jungen Zuschauerinnen werden unter Druck gesetzt: Nicht wenige fassen sich nach  der Sendung an den Bauch und befinden sich als »zu dick«. Der ständige Vergleich mit den unrealistischen Körpermaßen der Models mindert das Selbstwertgefühl und kann sogar Essstörungen verursachen. Und trotzdem sitzen auch weiterhin etliche Jugendliche gebannt vor den Fernsehern. Es gibt tolle Shootings, spannende Orte, glamouröse Kleider und Make-ups. Und dagegen ist auch nichts einzuwenden, solange man sich bewusst ist, dass jeder schön ist, so wie er oder sie ist – und Supermodels keinen Vergleich darstellen.

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