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KW 50/2017

Bitcoins: Zahlungsmittel der Zukunft oder unberechtigter Hype? Eine Auseinandersetzung mit der »Kryptowährung«

Die digitale Währung aus der Hacker-Szene

Bereits im Jahr 2009 wurde die digitale Währung, sogenannte Bitcoins, von einem Computerspezialisten mit dem japanischen Pseudonym »Satoshi Nakamoto« erfunden. Wer sich tatsächlich hinter diesem Namen verbirgt, ist nicht bekannt. Bitcoins sind ein legales, dezentrales Zahlungsmittel, das weltweit eingesetzt werden kann. Da der Begriff Währung normalerweise Zahlungsmittel, die von Staaten emittiert werden, beschreibt, werden die digitalen Münzen auch als »Kryptowährung« bezeichnet. Bitcoins werden nicht von Banken, sondern von einer großen, internationalen Community ausgegeben. Durch eine künstliche Verknappung des Geldes sollen die Nutzer vor Inflation geschützt werden. Somit sollen maximal 21 Millionen Bitcoins im Umlauf sein. Derzeit sind es rund 12 Millionen. Bitcoins können von jedem beliebigen Rechner verwendet werden. Außerdem heißt es, die User blieben anonym, bei Betrugsverdacht bestünde jedoch die Möglichkeit, Transaktionen zurückzuverfolgen. Zudem sind die Transaktionsgebühren vergleichsweise sehr niedrig, da keine Banken zwischengeschaltet sind. Doch der Bitcoin-Kurs schwankt stark. Und die erworbenen Bitcoins müssen auf dem eigenen Computer in einer digitalen Brieftasche aufbewahrt werden, sodass ein virenfreier Computer und Wissen zur Computersicherheit notwendig sind, um den Diebstahl des virtuellen Geldes zu verhindern.

Die Zukunft ist ungewiss

Besonders in diesen Tagen hören wir von allen Seiten, man könne sein Geld mit dem Handel von Bitcoins innerhalb kurzer Zeit vervielfachen. Der Umrechnungskurs von Bitcoins in andere Zahlungsmittel wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Sobald der Kurs steigt, kann man seine Bitcoins gewinnbringend verkaufen. Ein Grund für die vielen Bitcoin-Käufe könnten die Geschichten über Bitcoin-Millionäre sein. Vielleicht ist aber auch das Risiko, nicht zu wissen, ob man alles gewinnt oder verliert, so reizvoll und Grund genug, sein reelles gegen virtuelles Geld zu tauschen. Für einige Personen ist der Erwerb von Bitcoins auch eine Anlagemöglichkeit mit der Hoffnung auf eine vielversprechende Rendite. Wahrscheinlich beschäftigen sich inzwischen viele Personen mit der Frage, was sie nun tun sollten. Dem Hype folgen und das damit verbundene Risiko eingehen, Geld zu verlieren, oder beim »echten« Geld bleiben, mit dem Hintergedanken, eventuell eine große Chance verpasst zu haben. Klar ist: Es stehen unvorhersehbare Ereignisse im Raum, wie beispielsweise ein Verbot des Bitcoin-Handels. Einige Experten warnen vor einer Spekulationsblase, die früher oder später platzen wird. Die Zukunft der »Kryptowährung« ist ungewiss und man sollte sich ihrer Stärken und Schwächen sehr genau bewusst sein. Wie immer gilt: Eine Entscheidung muss auf seriösen Informationen fußen.

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