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KW 38/2017

Keine Wirklichkeit, eine neue Wirklichkeit: die Technik und das Erlebnis von Virtual Reality

Virtual Reality

1999 erschien der erste Teil der Matrix-Reihe. In dieser lebt fast die gesamte Bevölkerung in einer Virtual Reality, wobei die Menschen nicht wissen, dass sie in einer simulierten Welt leben. Viele von uns haben den Begriff Virtual Reality schon einmal gehört. Virtual Reality ist die Darstellung einer virtuellen Welt, die computergeneriert ist. Dabei wird der Nutzer in diese virtuelle Welt eingebettet, sodass er sie unmittelbar samt allen Sinneseindrücken erleben kann. So sind beispielsweise das Sehen und Hören sowie das Berühren von Gegenständen in der virtuellen Welt möglich. Der Begriff Virtual Reality erschien 1987 erstmals als theoretisches Konzept im »Oxford English Dictionary«. Was zu dieser Zeit noch ein theoretisches Konzept war, ist durch die technische Entwicklung heute Wirklichkeit geworden. Die meisten Personen assoziieren mit dem Konzept der Virtual Reality die sogenannten Virtual-Reality-Head-Mounted-Displays, die bereits in den 1990er Jahren für Spielekonsolen auf den Markt gebracht wurden. Die am Kopf getragenen, visuellen Ausgabegeräte, auch Videobrille, Helm-Display oder VR-Helm genannt, präsentieren dem Nutzer Bilder direkt auf der Netzhaut oder auf einem augennahen Bildschirm, sodass ein vollständiges Eintauchen in die virtuelle Welt möglich ist. Für einige Personen mögen die schwindenden Grenzen zwischen der virtuellen und realen Welt befremdlich sein. Für andere stehen die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten des Erlebens einer virtuellen Wirklichkeit im Vordergrund.

Vom theoretischen Konzept zu vielfältigen Anwendungen in der Realität

Ein bekanntes Anwendungsgebiet von Virtual Reality ist die Pilotenausbildung in Flugsimulatoren. Die Industrie nutzt Virtual Reality beispielsweise zur Erstellung von virtuellen Prototypen oder Produktionsplanungen. Virtuelle Realität kann auch Arbeitssysteme simulieren. Beschäftigte erleben realitätsnah in einer virtuellen Arbeitsumgebung den Umgang mit simulierten Maschinen oder Arbeitsmitteln. Die Arbeitsumgebung erscheint dabei in ihrer natürlichen Größe und technische Prozesse laufen kontinuierlich in Echtzeit. Auch der Handel stellt Überlegungen an, durch Virtual Reality Kunden zu gewinnen. Einer Studie der Unternehmensberatung Deloitte zufolge werden deutsche Unternehmen 2020 rund 850 Millionen Euro in Virtual- oder Mixed-Reality-Lösungen investieren. Die Anwendungsgebiete der Virtual Reality sind vielfältig, doch wie bei fast allen technischen Revolutionen gibt es auch bei dem (privaten) Gebrauch von Virtual Reality Personen, die den Fortschritt der Technik skeptisch betrachten. Wahrscheinlich hat sich fast jeder von uns schon einmal gewünscht, dem Alltag zu entfliehen und in eine andere Welt abzutauchen. Vielleicht besteht gerade deshalb die Gefahr des Realitätsverlustes bei Virtual Reality. Es ist wahrscheinlich wie bei allen anderen Dingen, die uns zwischenzeitlich von der Realität ablenken, wie beispielsweise dem Fernsehen, von dem wir viereckige Augen bekommen sollen: Auf die richtige Dosierung kommt es an.  

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