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KW 30/2017

Warum eine Trennung nicht immer das Ende bedeutet: Die Entwicklung der Kommunikation des Recyclings

Plastik schwimmt oben – und unten und überall

Jeder von uns kennt es: Wer es sich im Sommerurlaub am Strand bequem gemacht hat und im Meer auf eine erfrischende Abkühlung hofft, dem schlagen oft nicht nur Wellen, sondern auch jede Menge Plastik entgegen. Die Vermüllung der Weltmeere ist zu einem globalen Problem geworden. Laut der Organisation RESET werden weltweit rund 675 Tonnen Müll pro Stunde direkt ins Meer geworfen, rund die Hälfte besteht aus Plastik – und dies kann für Mensch und Tier schwerwiegende gesundheitsschädliche Folgen haben. Während die Mülltrennung in Deutschland lange noch als Zumutung angesehen wurde, fand Ende des 20. Jahrhunderts ein Umdenken statt. 1991 schuf die damalige Bundesregierung die Verpackungsordnung und legte damit den Grundstein für unser heutiges Recycling-System. Daraufhin wurde das Duale System entwickelt, dessen Symbol wir auch heute noch bestens kennen: den grünen Punkt. Mittlerweile werden laut der Europäischen Umweltagentur EEA zwei Drittel des Haushaltsmülls in Deutschland recycelt, Rekord in Europa. Die deutschen Recyclingverfahren haben erheblich an Qualität gewonnen, sodass Verpackungsabfälle ökologisch verwertet werden können. Besonders politische und ökonomische Faktoren beeinflussen die Verfahren der Wiederverwertung – und wie darüber gesprochen wird.

Wie die Kommunikation über Recycling an Relevanz gewinnt

In Deutschland hat sich das umweltbewusste Handeln zu einem Lifestyle entwickelt. Immer mehr Menschen verzichten auf die Verwendung von Plastikflaschen und setzen dafür auf Trinkflaschen, die über einen langen Zeitraum verwendet werden können. Allein dadurch, dass eine Supermarktkette die Plastiktüte komplett aus dem Sortiment genommen hat, werden jährlich rund 140 Millionen Plastiktüten eingespart. Lägen wir diese nebeneinander, würde die Strecke eineinhalbmal um die Erde reichen. Auch die Kommunikation über die Wiederverwertung von Abfällen hat sich innerhalb der vergangenen Jahre stark gewandelt und ist inzwischen wichtiger denn je. Während sich viele Bürgerinnen und Bürger bis vor nicht allzu langer Zeit kaum mit dem Einsparen von Plastik oder der Trennung ihrer Hausabfälle beschäftigt hatten, ist es heute durch die tägliche Konfrontation mit diesem Thema nahezu unumgänglich geworden, das eigene Verhalten zu überdenken und anzupassen. Besonders große Einzelhandels-und Supermarktketten, aber auch einzelne Personen, wie wichtige Entscheidungsträger, Leitmedien oder Blogger, haben eine sehr hohe Reichweite und nehmen eine Vorbildfunktion ein. Eines der berühmtesten Beispiele ist zweifelsohne Schauspieler Leonardo DiCaprio, der seine Dankesrede bei der Oscar-Verleihung dafür nutzte, abermals auf den Klimawandel aufmerksam zu machen - ein Thema, das untrennbar mit dem Recycling verknüpft ist. Die Kommunikation des Recyclings ist durch die aktuelle Relevanz verschiedenster Umweltbedrohungen geprägt. So ist und bleibt es eine bedeutende Aufgabe, die Möglichkeiten des Umweltschutzes durch eigene Taten zu kommunizieren.

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