PPR-NEWS

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KW 29/2017

Warum Verbraucherportale nicht immer die beste Wahl für Verbraucher kommunizieren: Check yourself

Der Gang ins Reisebüro gehörte dazu

Wer noch vor zehn bis 15 Jahren in den Urlaub fuhr, machte sich im Vorfeld auf den Weg ins Reisebüro: klönen mit den Angestellten, Kataloge mit nach Hause nehmen und wälzen, nach stundenlangen Diskussionen mit der Familie darüber, ob es nun der Ponyhof oder das Bungalow am See werden soll, eine Entscheidung fällen und dann wieder ab ins Reisebüro und buchen. Gedanken darüber, ob das jeweilige Reisebüro nun tatsächlich die günstigsten Konditionen am Markt anbietet, verschwendete man eher weniger. Entweder die Reise war im Budget oder nicht. Verglichen wurde im Zweifel mit den Angeboten in einem weiteren Büro. Wer zu bequem war, ließ es bleiben, wer gern vergleichen wollte, machte sich auf den Weg. Dementsprechend war es wenig komfortabel, den günstigsten Preis für eine Reise herauszufinden – zumal man sich nie sicher sein konnte, auch nur im Ansatz alle Anbieter abgegrast zu haben. Abhilfe versprechen für diese Problematik heute vor allem Vergleichsportale im Internet.

Unabhängigkeit vorgaukeln, wo Provisionen die Ergebnisse bestimmen

Heute buchen laut Studie des Marktforschungsinstituts GfK SE schon über die Hälfte der Millenials ihre Reisen online. Von ersten Inspirationen bis hin zur letztendlichen Buchung spielt sich die Planung einer Reise heute überwiegend online ab. Wichtiger Bestandteil sind hierbei Vergleichsportale, die sich auf die Fahne schreiben, die günstigsten und besten Angebote für Urlaubsreife zu finden – absolut unabhängig. Nun warnt die Verbraucherzentrale davor, sich auf die Versprechen von Vergleichsportalen zu verlassen. Die Portale seien zu großen Teilen nicht unabhängig, sondern bekommen von Fall zu Fall Provisionen für die Vermittlung von Reisen, Tarifen oder sonstigen Verträgen. Verbraucher sollen nicht vergessen, dass sich die Portale über solche Provisionen sowie Werbung finanzieren und dies durchaus Auswirkungen darauf hat, welche Angebote weit oben stehen. Es sind sicherlich nicht die logisch günstigsten. Verbraucherinnen und Verbraucher werden hier hinters Licht geführt – in der Annahme, sich die günstigsten Preise zu sichern. Sie suggerieren, man könne das beste Angebot für sich herausfinden und entscheidet sich letztlich doch nur zwischen Angeboten, die einem aufgrund von Partikularinteressen präsentiert werden. Dann doch lieber mal wieder der Gang ins Reisebüro. Hier weiß ich wenigstens, wer die Provision für meine Reise bekommt.

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