PPR-NEWS

415

KW 23/2017

Und sie leben noch: Wie wir Hamburger alles dafür tun, die Rolling Stones diesen Sommer zu erleben

55 Jahre Rockgeschichte, die ihres gleichen sucht

Vor mehr als einem halben Jahrhundert spielten die Rolling Stones ihr erstes Konzert. In einer Zeit, in der glatt klingender Fließband-Pop die Radiostationen dominierte, setzt die Band auf Rebellion und inszenierte sich als die »Anti-Beatles«. Ihre Musik war rau, vulgär und so gegensätzlich zu dem, was Eltern gemeinhin begrüßen, dass sie schnell zu Idolen aller Heranwachsenden wurden, die sich von konservativen Erwachsenen abgrenzen wollten. Zunächst covern die heutigen Rocklegenden ausschließlich Hits von Blues-Idolen, bevor sie sich selbst an eigene Songs wagen. Bereits drei Jahre nach ihrer Gründung stürmen die Stones mit »The Last Time« und »Satisfaction« an die Spitze der Charts. Schnell forderten Dauertourneen und der unerwartete Ruhm ihre ersten Tribute: Drogen machen den Bandmitgliedern zu schaffen. Trauriger Höhepunkt dieses Kapitels ist der Tod Brian Jones‘ 1969. Die Band berappelt sich jedoch wieder und nimmt drei Jahre später »Exile On Main St.« auf – die Platte, die die meisten Fans als das größte Werk der Rocklegenden bis heute ansehen. Der irrwitzige Erfolg ließ die Stones langsam im musikalischen Establishment ankommen und es wurde ruhiger um die Band, wozu auch interne Konflikte beitragen. Freudig verfolgten Fans daraufhin, dass die Musiker Ende der 80er wieder zusammenfinden und seither weiter großes leisten.

Die Stones diesen Sommer zu erleben, ist ein Muss

Diesen September kommen die Rolling Stones nun nach Hamburg. Sie spielen im Stadtpark. Nicht auf der Freilichtbühne, sondern auf der großen Festwiese zwischen Stadtparksee und Planetarium wird das Mega-Event stattfinden, zu dem innerhalb von wenigen Stunden 80.000 Tickets verkauft wurden. Hier spielte seit den 80ern niemand mehr. Dass der Ansturm auf die Tickets derart groß werden würde, war abzusehen. Die Stones faszinieren in vielerlei Hinsicht: Ihre Musik ist einzigartig, rau und energiegeladen – wie auch ihre Bühnenshows, bei denen Mick Jagger singt, tanzt und springt, als sei er weit entfernt vom Rentenalter. Denjenigen, für die die Stones damals Rebellion war, die ihre Musik hörten, nicht nur, weil sie gut war, sondern auch, um die eigenen Eltern zu schockieren, denjenigen wird das Konzert auch nostalgische Erinnerungen an die Jugend zurückbringen – uns, die wir heute selbst Kinder haben und lächelnd deren musikalischen Eskapaden verfolgen. Wenn Mick, Keith, Ron und Charlie im September nach Hamburg kommen, wird Musikgeschichte weitergeschrieben. Wer möchte nicht alles dafür tun, dabei zu sein?

Zurück