PPR-NEWS

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KW 50/2016

PR Unternehmer in den USA – wie das Geschäft mit Kommunikation in den Metropolen der USA funktioniert

Kleine, gemeinsame Welt: PR in den USA und PR in Deutschland

Das PR-Handwerk in den Vereinigten Staaten von Amerika nutzt die ähnlichen Chancen und kämpft mit den gleichen Problemen wie wir in Deutschland. In den USA mag alles etwas größer und gewaltiger wirken, gleichzeitig ist die Kommunikationsbranche in Übersee so modern und professionell wie bei uns. Die massive Verlagerung der Kommunikation ins Digitale, der Niedergang der regionalen Zeitungen, die Verstärkung der PR im Fernsehen oder die stets bedeutsamer werdende Kommunikation der Reputation von Führungskräften – all dies sind auch unter PR-Unternehmern in L.A., New York und Cleveland die Themen, die bewegen. Soziale Netze werden in den USA tatsächlich stärker genutzt als in Deutschland. Laut Statistischem Bundesamt ist fast die Hälfte aller Amerikaner monatlich auf Facebook aktiv, in Deutschland sind es mit 43 Prozent nur scheinbar weniger. Dass die Sozialen Medien eine eigene Öffentlichkeit geschaffen haben, hat in den USA zu einer Erosion klassischer Werkzeuge der Kommunikation geführt. Besonders das aktuelle Thema der »Fake News«, also der bewusst gestreuten Falschinformationen, zeigt in diesen Monaten unseren amerikanischen Freunden, wie das Vertrauen in Kommunikation ins Wanken geraten und zu einer Umdefinition von Quellenlagen und der Verringerung von Faktenchecks durch Redakteure geführt hat.

 

One Hit Wonder PR erzielt Gewinn und doch keine Wirtschaftlichkeit

Als ich jetzt in New York sein durfte, haben meine Kollegen das bestätigt, was auch uns deutsche Kommunikationsexperten beunruhigt. So sind die klassischen Storyteller in den Printmedien von geringer Bedeutung und es ist extrem schwierig geworden, Industrie und Firmen gezielt und informationsgetrieben in die öffentliche Wahrnehmung zu bringen. So sind Bild und Film die vorherrschenden Medien, mit denen Reichweiten und Wahrnehmungen erzielt werden, um von Führungskräften und Unternehmen und Produkten hochwertig und ausführlich zu erzählen. Die Freunde in New York, so der PR Unternehmer Tom Goodman am Times Square und etwa Bill Campbell und Mark von Ulrich beim Empire State Building, haben mit mir diskutiert, wie der Niedergang des Journalismus auch die PR Branche gefährdet, weil alle Nachrichten im Strom aller gesendeten Signale von Kommunikation, von privater oder geschäftlicher Hand gesendet, in einen Strudel der Unberechenbarkeit geraten sind. Die Antwort auf die Frage, was die heutige Zeit für Kommunikationsexperten bedeutet, geben in den USA im Grunde die jungen Nachwuchskräfte. Viele von ihnen arbeiten technologiebasiert, in einer Grauzone von Werbung und PR und wissen manchmal gar nicht den Wert und Gegenwert von geistigem Eigentum zu schätzen. So ist mir während meiner Gespräche im Big Apple klar geworden, dass nur das Festhalten an vertrauensbildender Kommunikation, die langsamer wirkt, gleichwohl dafür langfristig, die Chance bietet, Kunden und Menschen so zu bewegen, dass diese möglichst unbeschadet und gestärkt eine Bekanntheit erlangen, die weiter trägt als ein One-Hit-Wonder PR-Erfolg. Auf der Rückreise nach Hamburg traf ich einen Hamburger IT-Berater, der nur für einen Kurzauftritt im TV nach New York geflogen war. Selbst das ist möglich geworden: eine Reise nach Übersee für 24 Stunden, nur um in einem nationalen US-TV-Sender ein Zwei-Minuten-Statement abzugeben, weil ein Produkt einer Hamburger Firma auch in den USA eine bestimmte Bedeutung erlangt hat. Was das heißt? »Weitermachen«. Das heißt es. So lebt der PR Unternehmer Richard Levick zum Beispiel, auch Freund von uns seit Jahren, stets vor, wie PR letztlich doch zum Erfolg führt: über das Kommunizieren von Vertrauen und das Einsetzen von Klugheit im Kampf gegen das wachsende Misstrauen all dem gegenüber, was kommuniziert wird. So ist auch unser Motto die Grundlage des Geschäfts und der Beziehung zu unseren Kunden und den Menschen, die mit ihnen zu tun haben: Wertigkeit, Nachhaltigkeit und die Freude daran, das zu erzählen, woran wir glauben.

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