PPR-NEWS

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KW 46/2016

Das kleine Gespräch groß gefeiert: Warum die kommenden Weihnachtsmärkte eine gute Gelegenheit sind, sich freundlich zu unterhalten

Geschichten von der Weihnacht

Es gibt viele Weihnachtsgeschichten. Angefangen von der biblischen Geschichte der Geburt Christi bis zum grünen Monster – dem Grinch – der das Weihnachtsfest kaputt machen möchte, ranken sich unfassbar viele Geschichten um die festlichste Zeit des Jahres. Die Bedeutung der Weihnachtstage liegt seit jeher im steten Wandel. Der früheste Beleg für das Wort »Weihnachten« stammt aus dem Jahr 1170 und schon die biblische Herkunft stattet den Leser aus mit vielen Geschichten rund um die Geburt des verheißenen Messias. Die heute geläufigste Darstellung stammt aus dem Lukasevangelium: »Er (Josef) wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war« (Lk 2, 1-7). Und was bedeutet uns Weihnachten heute? Nach Statistiken der Deutschen Bischofskonferenz erreichten die Zahlen der Kirchenaustritte im Jahr 2014 den höchsten Wert seit über zehn Jahren. Die Zeiten, in denen man sich mit der ganzen Familie zu Heiligabend in die Kirche drängte, scheinen vorbei zu sein. Doch hat Weihnachten deshalb längst nicht an Bedeutung verloren, sie hat sich nur verlagert.

Von der Rolles des Weihnachtsmarktes

Zentrum des Heiligen Abend ist nicht mehr der Gottesdienst, sondern vielmehr der Weihnachtsbaum im Wohnzimmer. Für Unterhaltung sorgt nicht mehr Chor und Krippenspiel, sondern ein Weihnachtsfilm im Fernsehen. Und Geschenke haben den Platz Christus selbst eingenommen, angebetet von den kleinen und großen Kindern. Das mag nun für manchen Leser etwas harsch klingen, ist aber nicht mahnend gemeint. Das Zusammenkommen in der Weihnachtszeit verleiht uns Kraft, um durch den nassen und kalten Winter zu kommen. Wir rücken – ganz wörtlich gemeint – dicht zusammen vor den Glühweinständen des Landes und kommen in Kontakt mit Fremden. Mit Menschen, die zu unserem Land gehören, aber Weihnachten womöglich gar nicht feiern. Dieses Zeitalter, das viele von uns überfordert, hat auf dem Weihnachtsmarkt einmal Pause. Die Handschuhe verbieten uns die Nutzung der Smartphones, die rustikale Aufmachung der Buden lässt uns kurz die Hektik vergessen. Wir reflektieren gemeinsam, schauen in die Zukunft und uns verbindet, dass wir ein langes Jahr hinter uns und ein neues vor uns haben.

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