PPR-NEWS

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KW 35/2016

Warum es uns Spaß macht, Netflix oder Amazon zu unserem Kinoprogramm zu Hause auf dem Laptop zu machen

Kampf der Giganten

Mit Amazon Instant Video und Netflix haben die Hollywood-Studios in den letzten Jahren enorme Konkurrenten bekommen. Durch die Gründung der Sparte Instant Video 2014, die Gründung von Netflix 1997 und insbesondere durch den jeweiligen Einstieg ins Video-on-Demand Geschäft hat sich in der Filmlandschaft einiges geändert. Beide Portale bieten sowohl Filme und Serien zum Streamen als auch eigene Filmproduktionen an und haben mit einem breiten Spektrum an Angeboten auf das sich wandelnde Konsumverhalten der Filminteressierten reagiert. Denn ein Besuch in der lokalen Videothek oder das angespannte, lange Warten auf die DVD nach dem Kinofilm sind durch die schnelle Verfügbarkeit im Netz zusehends in die Ferne gerückt. Mit Amazons Ankündigung, jährlich ein Dutzend Filme zu produzieren und diese kurz nach Kinostart direkt für Amazon Prime-Kunden zur Verfügung zu stellen, wurde Disney und Co. der Kampf angesagt. Doch was zählt, ist letztendlich die Meinung der Zuschauer. Ihre Einschalt- und Nutzungsquoten machen die beiden Online-Plattformen erst konkurrenzfähig. Es muss also Gründe geben, warum in Deutschland fast jeder zweite Jugendliche laut Umfrage überwiegend Dienste wie Netflix und Amazon nutzt, und warum allein im zweiten Halbjahr von 2015 rund 1,3 Millionen Amerikaner ihren Kabelanschluss gekündigt haben.      

»Kino To Go« begeistert

Wie lange ist der letzte Kinobesuch her? Stellte man diese Frage, würden die Antworten ganz unterschiedlich ausfallen - ob Kino oder Couch ist eine Frage der Präferenz. Es lässt sich jedoch nicht bestreiten, dass sowohl Netflix als auch Amazon sich stetig stärkerer Beliebtheit erfreuen. Viele Pluspunkte lassen sich schon auf den ersten Blick erkennen: Man muss sich nicht schick machen und das Haus verlassen, muss sich keine Sorgen um Parkplatz oder Busticket machen und muss vor allem keinen dicken Geldbeutel mitnehmen, um in den Genuss des gewünschten Kinofilms zu kommen. Ob man den Film oder die Serie im Bett, auf der Terrasse, im Zug oder in der Badewanne schaut, kann man selbst entscheiden, und an feste Vorstellungszeiten muss man sich auch nicht halten. Weil wir zeitlich immer eingespannter sind, wollen wir, dass sich unser Medienkonsum nach uns richtet und nicht andersherum. Zudem vergeht einem die Lust auf einen Film im Kino häufig schon in der Warteschlange beim Kartenverkauf und beim anschließenden Blick auf die Preistafel. Letztendlich ist entscheidend, nach welcher Atmosphäre einem eher zumute ist, denn dort liegt der größte Unterschied. Während das traditionelle Kinoerlebnis mit Leinwand, Popcorn und moderner Soundanlage einzigartig bleibt, haben auch das gemütliche Daheimbleiben oder das mobile Filmerlebnis ihre Reize. Wir sollten flexibel bleiben und uns öfter vom Sofa aufraffen – aber auch einfach mal liegen bleiben. Die Mischung macht es aus.

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