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KW 19/2016

Warum Goethe, Schiller und Shakespeare uns auch heute noch was zu sagen haben: ein Streifzug durch die Welten der Klassiker

Literatur für die Ewigkeit

Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, William Shakespeare – es sind Namen, die wohl jedem bekannt sind, obwohl diese Persönlichkeiten schon vor mehr als 200 Jahren gelebt haben. Der österreichische Popularphilosoph Ernst Freiherr von Feuchtersleben soll einmal gesagt haben: »Es gibt keine alte und moderne Literatur, sondern nur eine ewige und eine vergängliche.« Goethe, Schiller und Shakespeare haben wohl Letzteres erschaffen. Die literarischen Werke sind aus dem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken. So gibt es immer wieder neue Versuche, den Klassiker »Romeo und Julia« von Shakespeare zu verfilmen und Goethes »Faust« sowie Schillers »Kabale und Liebe« werden heute noch im Deutschunterricht diskutiert. Obwohl die Sprache der Klassiker aus einer anderen Zeit stammt, setzen wir uns noch heute mit den Geschichten über Liebe, Betrug und Verrat auseinander und versuchen, sie immer wieder neu zu interpretieren. Nur warum beschäftigt uns diese alte Literatur immer noch so – was haben diese Werke Besonderes, was sie unsterblich macht?

 

Romantik, Humor und Nervenkitzel als Erfolgsrezept

Warum die Klassiker heute noch so beliebt sind, liegt an den vielen Möglichkeiten, die Geschichten zu interpretieren. Der künstlerische Schreibstil lässt viel Vorstellungsfreiraum, bildet seine Leser aber zugleich über die gesellschaftlichen Verhältnisse der damaligen Zeit. Diese besondere Mischung machen Goethe, Schiller und Shakespeare für uns immer noch so interessant und spannend. Die Frage entsteht, ob wir heute etwas erschaffen können, das noch in hundert Jahren gelesen wird. »Die Zeit ist gekommen, Literatur nicht vom Standpunkt traditioneller ästhetischer Ideale aus zu beurteilen, sondern vor allem von der Höhe der aktuellen und brennenden Anforderungen des Tages her.« Das sagte einmal der sowjetische Schriftsteller Tschingis Aitmatow. Gemeint ist, dass der Schwerpunkt der heutigen Literatur eher auf der Aktualität als auf der künstlerischen Sprache liegen sollte. Somit kann man im Vergleich von damals zu heute große Unterschiede in der Literatur feststellen: Die künstlerische umschreibende Ausdrucksweise ist einer direkten Sprache gewichen. Es sollte nur auch in der aktuellen Literatur nicht vergessen werden, dass Themen wie Liebe und Verrat, Verbrechen und Aufklärung oder auch Spaß und Freude immer spannend für die Leser bleiben werden. So braucht es für einen guten Klassiker stets die richtige Mischung.

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