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KW 12/2016

Warum wir uns über Ostern freuen, seine Bedeutung gleichwohl fast vergessen haben – kleiner Führer zu einem langen Wochenende

Ostern – vom Ursprung bis heute

Jedes Jahr freuen sich Menschen auf der ganzen Welt über Ostern, auch wenn sich die Bedeutung seit seinem Ursprung gewandelt hat. Ostern ist eines der ältesten Feste – und das höchste im christlichen Glauben: die Auferstehung Jesu Christi. Es erwuchs wohl aus dem jüdischen Pessach-Fest – ein Fest zu Ehren Gottes, der sein Volk aus der ägyptischen Sklaverei befreite. Die Entstehung des heutigen Namens »Ostern« könnte auf das achte Jahrhundert und die Bezeichnung »Eostro«, was übersetzt »Morgenröte« heißt, zurückzuführen sein. In dem Zusammenhang steht das Osterfeuer, das als Tradition zu den Feierlichkeiten dazugehört. Es gilt neben der Osterkerze als Symbol für die Auferstehung Jesu Christi. Doch die religiöse Bedeutung nahm in der Vergangenheit zunehmend ab. Während 1960 laut dem Statistikportal statista noch 11,9 Millionen Katholiken den Gottesdienst besuchten, so waren es 2014 nur noch 2,6 Millionen – von rund 23,94 Millionen Katholiken in Deutschland. Auch das Fasten vor Ostern verliert den religiösen Bezug und wird, wenn überhaupt noch gefastet wird, eher zum bewussten Konsumverzicht genutzt.

 

Konsumfest oder doch ein Fest für die Familie?

Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, in der häufig die Familie zu kurz kommt. Doch laut einer Umfrage von statista ist Ostern für 40 Prozent der Befragten ein wichtiges Familienfest. Die Art der Festlichkeiten hat sich allerdings im Laufe der Zeit stark verändert. Nach Informationen des Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels nutzt der Einzelhandel diese Zeit und lockt die Kunden mit Angeboten, sodass rund 30 Millionen Euro mehr umgesetzt werden. Nach Weihnachten ist Ostern die umsatzstärkste Zeit für den Einzelhandel. Viele kommunizieren hauptsächlich darüber, welche Geschenke es geben wird. Dazu zählen auch die circa 206 Millionen Osterhasen, die nach Informationen des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie jährlich gekauft werden. Wer denkt da noch über die tiefergehende Bedeutung von Ostereiern nach? Wir tun das. Das Ei ist ein Symbol der Auferstehung: Von außen wirkt es kalt und tot, doch in seinem Inneren erwächst neues Leben. Auch wenn sich die österliche Bedeutung in den vergangenen Jahren gewandelt hat, so ist es doch wichtig, dass wir uns Zeit für die Familie nehmen. Die mediale Kommunikation rund um Ostern ist ein Spiegelbild unseres Wunsches, dies zu tun.

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