PPR-NEWS

353

KW 10/2016

So viele Stars und Sternchen: die außergewöhnliche Kommunikation der amerikanischen Unterhaltungsindustrie

Vermarktung auf allen Kanälen

Der Einfluss US-amerikanischer Medien auf die deutsche Berichterstattung ist immens – weil die Zielgruppen nach den neuesten Updates zu ihren Idolen dürsten. Längst reicht es nicht mehr aus, dass allein in Print- oder Online-Medien über die Stars berichtet wird. Rund 400 Millionen Instagram-Nutzer folgen täglich den Posts von Stars und tragen mit zur viralen Verbreitung vieler Nachrichten bei. Laut dem Human Brand Index suchen 41 Prozent der User sogar gezielt auf den Profilen nach neuen Informationen. Besonders vor und während Verleihungen wie den Oscars dominieren News rund um die Prominenten die weltweite Medienberichterstattung – auch in den Fernsehnachrichten. Der Grund für die amerikanische Weltherrschaft in der Unterhaltungsindustrie ist einerseits, dass die Filmindustrie in Hollywood am stärksten vertreten ist. Andererseits führten Einwanderungswellen dazu, dass sich die Unterhaltungsindustrie frühzeitig an verschiedene Nationalitäten, Kulturen und Bildungshintergründe anpassen musste. Hierdurch ergaben sich immer wieder Innovationsschübe, die Amerika bereits frühzeitig zum Vorbild auf diesem Gebiet werden ließ. Das amerikanische Showbusiness versteht den Umgang mit allen medialen Kanälen und schafft es so in die weltweite Berichterstattung.

 

Unerreichte Stars nur einen Klick entfernt

Die Unterhaltungsindustrie wird derzeit überflutet vom Phänomen der Selbstdarstellung. Seit der viralen Verbreitung des Oscar-»Selfies« von Ellen DeGeneres mit Bradley Cooper und weiteren Promis, erfreuen sich Posts und Fotos über die eigene Person großer Beliebtheit. Teilt ein Star etwas in den sozialen Netzwerken, nehmen es die Medien weltweit auf und verbreiten die vermeintliche Meldung weiter. Egal, ob ein Star in einer amerikanischen Fernsehshow war, bei Oprah Winfried Platz genommen hat oder am Strand liegt – das Interesse an persönlichen Highlights ist groß. Vielleicht liegt es daran, dass wir teilhaben möchten am Glamour-Faktor, der die amerikanischen Stars umnebelt. Fakt ist, das Element der Performanz wird zum Selbstzweck. Selbst Sportereignisse, wie beispielsweise der Super Bowl, werden zum Zuschauerspektakel weltweit. Eine visuelle Kultur hat sich entwickelt: Die Kommunikation der Unterhaltungsindustrie erfolgt zunehmend über die Selbstvermarktung der Stars in den sozialen Medien. Und die weltweite Nachfrage wird nicht abreißen. Derzeit folgen übrigens mehr als 65 Millionen Instagram-Nutzer Taylor Swift. Laut statista führt sie, nach Instagram selbst, die Liste der beliebtesten Instagram-Accounts an. Ja, auch dazu gibt es heutzutage Statistiken – und statista ist übrigens auch bei Instagram.

Zurück