PPR-NEWS

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KW 09/2016

Was macht eigentlich René Obermann? Wo der Ex-Telekom-Chef heute wirkt

„Gesagt heißt nicht immer gesagt“

Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz soll einmal gemeint haben: »Gesagt heißt nicht immer gesagt, gesagt heißt nicht immer gehört, gehört heißt nicht immer verstanden (…).« Damit fasst er die grundlegende Problematik des Sender-Empfänger-Modells von Shannon und Weaver und somit auch heutige Herausforderungen für Führungskräfte zusammen. Laut dem aktuellen HR-Report sind zwei der erfolgskritischen Variablen für Unternehmen weiche Themen, wie die Unternehmenskultur und die Mitarbeiterbindung. Die Unternehmenskultur wird mit 34 Prozent sehr stark von der Kommunikation und mit 26 Prozent von der Führung beeinflusst. Hieraus leitet die Studie eine Handlungsaufgabe vor allem für die Führungskräfte ab: Einem offenen Umgang mit kritischen Themen wird mit 81 Prozent die größte Bedeutung zugemessen, weshalb zukünftig vermehrt eine stärkere Feedbackkultur seitens des Führungspersonals etabliert werden soll. So kann ein Beitrag zum weiteren Unternehmenserfolg geleistet werden. Eine schlechte interne Kommunikation wirkt sich auch auf die externe Kommunikation aus, wie es der HR-Report beschreibt. Darum gilt: immer und überall klug kommunizieren.

 

Das A und O: gute Kommunikation

Der Unternehmer René Obermann gilt als ein Paradebeispiel dafür, wie Führungskräfte klug kommunizieren und so Erfolg generieren können. Bereits mit 23 Jahren gründete der heutige Top-Manager eine eigene Firma und wurde zum Selfmade-Millionär. Von November 2006 bis Dezember 2013 war René Obermann Chef des Telekom-Konzerns. Sehr ungewöhnlich für einen Mann in seiner Position ist, dass er sich freiwillig für einen Jobwechsel entschied – er wechselte zu dem niederländischen Kabelnetzbetreiber Ziggo. Bei der Deutschen Telekom setzte Obermann sich für ein offenes und kreatives Arbeitsumfeld ein, um so das gesamte Arbeitsklima für die Mitarbeiter attraktiv zu gestalten. Eine Kultur des Miteinanders wurde geschaffen. Wie die Süddeutsche Zeitung kürzlich berichtete, war die Geisteshaltung Obermanns, dass die Mobilfunkkonzerne die Kundenfreundlichkeit neu verstehen müssen, wohltuend für die Telekom. Der Kunde müsse wieder mehr König werden, meinte Obermann. Mit ihm ging es mit der Telekom-Aktie wieder langsam bergauf. Er machte sich während seiner Zeit als Telekom-Chef einen Namen und ruhte sich im Anschluss nicht auf seinen bisherigen Erfolgen aus – er war im Verwaltungsrat der Musikfirma Spotify, im Aufsichtsrat der CompuGroup Medical AG und auch bei ThyssenKrupp-AR engagiert er sich im Aufsichtsrat. Obermann hat offenbar die Kniffe kluger Kommunikation verstanden – und Erfolg damit.

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