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KW 08/2016

Das »Drama« der Deutschen Bank: die Turbulenzen eines Großkonzerns in Krisenzeiten

Die Sorgen großer Dax-Konzerne – Finanzkrise oder Kulturkrise?

Helmut Schmidt sagte einst: »In der Krise bewährt sich der Charakter.« Wenn riesige DAX-Konzerne in eine Krise geraten, ist es die Herausforderung mehrerer Einzelpersonen, einen kühlen Kopf zu bewahren, um die kritische Situation zu bewältigen. Führungskräfte sind in solchen Momenten besonders gefragt. Doch was ist eigentlich das Besondere an den riesigen DAX-Konzernen? Seit seiner Einführung 1988 hat sich der DAX zum wichtigsten Aktienindex in Deutschland entwickelt und ist ein Spiegelbild der aktuellen Entwicklungen der 30 größten börsennotierten deutschen Unternehmen. Laut der dpa liefen im vergangenen Quartal die Geschäfte deutscher Top-Konzerne rund – auch dank der Euro-Schwäche. Doch es war lange nicht alles Gold, was glänzt. Schließlich brach der operative Gewinn von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahr um 69 Prozent ein. So seien die Konzerne laut der dpa selbst während der Finanzkrise profitabler gewesen. Gerade jetzt, wo die Sorgen um die Weltkonjunktur größer werden, sinkt allerdings auch der DAX. Anleger und Investoren müssen Vertrauen in das Handeln der Firmen haben können – ansonsten dreht sich die Abwärtsspirale weiter.

 

Warum die Entwicklung von Werten nicht nur an der Börse wichtig ist

Aufgrund der jüngsten Entwicklungen ist die Deutsche Bank derzeit ein Beispiel dafür, wie wichtig die kluge Kommunikation nach außen ist. Werte zu vermitteln will nicht nur an der Börse gelernt sein. Vor Kurzem wurde von Führungskräften der Deutschen Bank geäußert, dass der Konzern in der Lage sei, die Zinsen für sehr riskante Anleihen zu zahlen. Mit solch einer Verlautbarung wird Vertrauen nicht gefördert, sondern auf die Probe gestellt. Und auch in der Vergangenheit begann das Image des Großkonzerns bereits durch mehrere Strafzahlungen an amerikanische und britische Behörden zu bröckeln. 2015 machte die Deutsche Bank mit 6,8 Milliarden Euro den größten Verlust in ihrer Geschichte, so die ARD. Jetzt bat Deutsche-Bank-Chef John Cryan die Öffentlichkeit, Mitarbeiter und Aktionäre um einen Vertrauensvorschuss. Parallel dazu möchte Finanzvorstand Claus Schenck das Ziel erreichen, spätestens 2018 wieder eine »cleane Deutsche Bank« zu haben. Hat die Deutsche Bank mit diesen Aussagen das Vertrauen tatsächlich verdient? Schließlich ist Vertrauen doch einer der Grundpfeiler für Erfolg. Die Öffentlichkeit, Mitarbeiter und Aktionäre brauchen einen »Steuermann«, dem sie es zutrauen, auch bei Sturm sicher in den Hafen zu kommen und dem sie ihr Vertrauen schenken können. Es bleibt abzuwarten, wie rau der Wind noch wehen wird.

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