PPR-NEWS

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KW 39/2015

Elon Musk, der neue weltweite Kommunikator: Wie er reich mit PayPal und ökologisch mit Tesla wurde und zur Legende als Mars-Entdecker werden will

Es gab die Fugger, es gab die Rockefeller, so muss es auch einen Elon Musk geben

Der Mann hat es geschafft, könnte man sagen: Mehr als 21.500.000 Treffer meldet die Suchmaschine Google, wenn man seinen Namen eingibt. Allein in der Google-Rubrik »News« wird zu diesem noch recht jungen Unternehmer eine Trefferzahl von rund 1.777.000 angezeigt. Da erscheinen die 1.530.000 Ergebnisse zur Bundeskanzlerin Angela Merkel geradezu provinziell, obwohl sie ein Land von 80 Millionen Einwohnern vertritt. Doch genug der kabbalistischen Form, Bedeutung in Zahlen zu messen. Der 1971 im südafrikanischen Pretoria geborene Elon Musk ist ein US-amerikanischer Unternehmer, Investor und Erfinder wie manch andere auch. Warum er zurzeit gleichwohl von den Titelseiten von Magazinen springt, ist verhältnismäßig schnell erzählt: Er hatte bis dato immer Erfolg. Zuerst war er einer der besten Internetdienstanbieter und reich geworden mit dem heute fast schon standardisierten Bezahldienst PayPal. Drei weitere Unternehmen folgten, die allesamt Wünsche und Träume von Menschen bedienen. Das Solarunternehmen SolarCity verspricht, dass die Klimaveränderungen durch erneuerbare Energien zu verhindern sind. Der Elektroautohersteller Tesla Motors hat in einem hohen Preissegment die Fantasie beflügelt, umweltschonend über die Straßen dieser Welt zu fahren. Das Unternehmen SpaceX zum Schluss ist die – an manchen Stellen bereits Wirklichkeit gewordene – Antwort auf die »Star Trek«- und »Star Wars«-Generation, dass eine privat finanzierte Raumfahrtindustrie alle Grenzen hinter sich ließe und sogar einen Trip auf den Mars eines Tages möglich machte. Wie nur macht der Milliardär das alles?

Wenn wir wüssten, wie »Think big« geht, wären wir vielleicht auch »big«

Tja, wer erwartet hätte, ein E-Mail-Newsletter könnte die Antwort darauf geben, wie ein Mensch so jung zu den 100 reichsten Menschen der Welt werden konnte, den muss ich schwer enttäuschen. Auch ich weiß nicht, wie Elon Musk ein solcher Superstar der globalen Wirtschaft, des globalen Marketings und der globalen Sehnsüchte nach richtigem Handeln werden konnte. Alle Recherchen ergeben gleichwohl stets ein ähnliches Bild: Dort kommt einer daher, der groß dachte, groß handelte und groß absahnte. Groß werden hat in dieser Lesart auch damit zu tun, stets groß zu denken. Volks- und Betriebswirte wissen, dass diese Erklärung vielleicht motivierend, zugleich eine recht oberflächliche Erklärung für Welterfolg liefert. Hinzu kommt der Zeitpunkt, in einem bestimmten Moment der Geschichte am richtigen Ort mit den richtigen Menschen groß zu werden. Und vor allem auch das Glück, dass es für einen einzigen Menschen gerade so eben passt. Was ist aus der bisherigen Biografie des Mannes also tatsächlich zu lernen? Es ist zu lernen, denke ich, dass die größer gewordene Größe in unserer heutigen Welt der Superlative schlicht noch Größeres hervorbringt, als zuvor gedacht. Es ist auch zu lernen, dass alle anderen in Demut davor stehen dürfen, dass eine Erfolgsgeschichte groß erzählt werden muss – und der Alltag der Größe von uns allen eben keine Titelgeschichte wert ist. So schlage ich altmodisch vor, dass wir Titelgeschichten nach vorne heben, die die Helden des Alltages wieder entdecken, die eben nicht vom Kosmos geküsst wurden: Wenn wir alle diese wirklich lesen wollten. Wollen Sie?

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