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KW 31/2015

Wieso das Smartphone die Vision nur eines Mannes war und der ständige Begleiter aller geworden ist: zehn Tipps zum richtigen Umgang mit dem alltäglichen Wahnsinn

Ein Mann, ein merkwürdiges Ding, eine Geschichte

Wie entstehen Revolutionen in der Geschichte? Sie entstehen im Grunde zuallererst, weil ein Mensch eine Idee und eine Vision zur richtigen Zeit hat und dafür eine Menge neue Anhänger findet. So war es ein besonderer Moment, als der Gründer von Apple, Steve Jobs, damals auf die Bühne trat. Der Unternehmer, der viele kleine Revolutionen ausgelöst hat, stand vor seinem Publikum und hatte etwas Kleines in der Hand. Es war das iPhone, ein Telefon, das schnurlos so viel auf einmal konnte, dass es die Telekommunikationslandschaft veränderte und Apple derart reich machte, dass es heute die wertvollste Firma in der Geschichte der Menschheit geworden ist. Wir lachten schön über das Ding, das Captain Kirk, Pille und Spock bereits in den ersten Sendungen von »Raumschiff Enterprise« in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts in der Hand hielten. Es hatte in der Fiktion bereits alles, was ein Smartphone so alles braucht. Sie konnten hinein reden, Daten abrufen, es handlich überall mit hin nehmen – es konnte das Leben unserer Science-Fiction-Stars retten, wenn sie wieder einmal auf einem Planeten alleine waren und ihr Schiff und ihre Mannschaft brauchten. Jobs hat Zukunft gedacht, gefühlt, gemacht. Es ist sehr schade, dass er früh verstarb.

Ein Werkzeug, das manche in den Wahnsinn treibt und andere in eine schöne neue Welt

Es gibt Artikel und Bücher, die sich darüber auslassen, wie das Smartphone heute am besten, am schönsten, am klügsten einzusetzen ist. Da viele von früh morgens bis spät abends und sogar in der Nacht das Smartphone ihr Leben und dessen Rhythmus beherrschen lassen, gipfeln alle besorgten Äußerungen darin, das Smartphone auch einmal auszuschalten. Ich halte dagegen. Das Smartphone muss nur ausgeschaltet werden, wenn der Akku aufgeladen werden muss oder wenn ein Neustart das System wieder rund laufen lässt. Das sind die wahren zehn Tipps im Umgang mit diesem Ding:

  1. Anmachen, sooft du willst. Ausmachen, wann immer du willst.
  2. Benutzen, wie es dir passt.
  3. Dorthin legen, wo es für dich hingehört.
  4. Es verschönern, updaten, bereichern, wann immer du es richtig findest.
  5. In Gesprächen ausstellen, damit du das Gegenüber beeindruckst, weil du für ihn oder sie da bist.
  6. Möglichst die neueste Version haben, damit du entscheiden kannst, was für dich damit gehen soll.
  7. Kämpfen, dass die Kosten sinken, damit du jeden auf der Welt anrufen kannst, wenn du es möchtest.
  8. Nutze die Musik, damit die Gefühle der Musik kommen, wenn dir danach ist.
  9. Packe es in eine Hülle, damit es geschützt ist und du dein Portemonnaie schonst.
  10. Verstecke es an öffentlichen Orten, da es begehrt ist und niemand es dir wegnehmen soll.

Und, ein letzter Tipp: Steve Jobs danken, dass er eine Vision hatte, die uns ein Leben schenkte, in dem wir uns für den individuellen Umgang mit dem Smartphone bei niemanden entschuldigen müssen – wenn du es behandelst, wie nur du es willst.

Thema der nächsten Woche: Wie ein Jawort ein ganzes Leben verändert: Als fröhliche Begleitung zu diesem Sommer schreiben wir auf, wie Menschen ihre Hochzeit schön kommunizieren

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