PPR-NEWS

309

KW 16/2015

Die Nebendarsteller der Republik: Bürgermeister, Gemeindevertreter und Pastoren

Die Nebendarsteller der Republik: Bürgermeister, Gemeindevertreter und Pastoren

Auf der großen politischen Bühne sind sie Nebendarsteller: die Bürgermeister, Gemeindevertreter oder auch Pastoren und Pfarrer der 30.000 Dörfer und der 1.922 Gemeinden in Deutschland. Sie treten auf Bundesebene kaum in Erscheinung, stellen jedoch für viele Gemeinden und Dörfer in Deutschland eine wichtige moralische und poltische Instanz dar. Für die Belange des Dorfgeschehens stellen die Amtsträger dieses Landes die zentralen Ansprechpartner dar, die gesellschaftliche und politische Probleme der Landbevölkerung durch ihr politisches Denken und Handeln maßgeblich beeinflussen. Amtsträger als bloße »in einem öffentlich-rechtlichen Amtsverhältnis stehende oder mit Aufgaben der öffentlichen Verwaltung betraute Personen« zu benennen wie es im »Gabler Wirtschaftslexikon« heißt, mag juristisch korrekt sein, übersieht jedoch ihre Funktion als Wertevermittler in unserer demokratischen Gesellschaft. Die Bedeutung dieser Funktion bewies auch eine Studie der Bertelsmannstiftung zum Beruf Bürgermeister: Die Motivation der Bürgermeister sei stark von dem Selbstverständnis eines bürgernahen, glaubwürdigen Gemeindevorstehers geprägt - und unterstreiche gleichzeitig seine Funktion als Hüter unserer demokratischen Werte.

Angst und Einschüchterung statt Toleranz und Menschlichkeit

Der Gestaltungsspielraum eines Bürgermeisters oder Pastors als gewählte Instanz erlaubt es, seine Amtszeit nach seinem individuellen Verständnis von demokratischen Werten auszurichten - dabei sollte dieser selbstverständlich stets im Sinne seiner Wähler, seiner Partei oder Kirchengemeinde handeln. Dem Amtsträger sei es eigenständig überlassen, ob beispielsweise durch den Ausbau von Kitas oder das Predigen von Toleranz die demokratischen Werte vermittelt werden sollen. Ereignisse der letzten Zeit deuten jedoch darauf hin, dass sich die Wertevermittlung der deutschen Amtsträger als eine wachsende kommunikative Herausforderung entpuppt. Ob Bürgermeister, Gemeinderatsmitglieder und Pfarrer: Presseberichte über Stimmungsmacher gegen Amtsträger von Seiten radikal eingestellter Menschen nehmen zu. Eine Studie der Friedrich Ebert Stiftung belegte dies jüngst. Einschüchterung und Schuldzuweisungen sind nicht mit dem demokratischen Verständnis einer Demonstration vereinbar. Die Austragung einer Mini-Pegida vor dem Wohnhaus eines Amtsträgers muss daher als eine Anfeindung eingeordnet werden. Es bedarf an politischen Strukturen, die Bürgermeister und Pastoren frühzeitig vor Hetze und Hass schützen. Unter Angst und Einschüchterung wird die Wertevermittlung zukünftig schwer werden. Zu lange wurden die Amtsträger der Republik im Stich gelassen. Höchste Zeit, dass Institutionen und Parteien darauf reagieren.

Thema der nächsten Woche: Der Euro schwächelt - und stärkt die weitere Internationalisierung des deutschen exportorientierten Mittelstands und seiner Kommunikation in Asien, Arabien und Übersee

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