PPR-NEWS

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KW 02/2018

Eine große Herausforderung: Warum Firmeninhaber kaum Unternehmensnachfolger finden

Studien, Studien, Studien

Selbstredend erscheint das Thema zuvorderst als eines für eine kleine Minderheit. Diejenigen, die eine Firma als Inhaber führen, beschäftigt es sehr, ob ihre Firma nach dem Ausscheiden der Gründer überlebt oder nicht. In vielen Studien, die zur Unternehmensnachfolge in den letzten Jahren erschienen sind, werden stets Gründe herausgestellt, warum es so schwierig ist, Nachfolger zu finden. Sind es zum einen gravierende Mängel, die in der Firma selbst stecken, sind es häufig auch Inhaber, die ihrem Nachfolger keine geordnete Firma übergeben können. Hinzu treten Mängel in der Person des Inhabers, der, in Jahrzehnten mit der Firma verwachsen, an vielen Stellen nicht wirklich loslassen kann, will er sein »Kind« an eine jüngere Person im Grunde vielleicht doch nicht übergeben. Äußere Faktoren kommen hinzu. So ist die Finanzierung oft unsicher und die Summe, die für eine Übernahme oder eine Dauerverrentung des Inhabers notwendig sind, von den Banken mit zu vielen und zu hohen Forderungen versehen. Also, was tun, wer eine Firma übernehmen oder abgeben will?

Vorsorge beginnt in der Gegenwart

In vielen Studien und vielen Gesprächen kristallisiert sich ein Momentum heraus, das wohl eher die Nachfolge zu einer Erfolgsgeschichte als zu einem Desaster für alle Beteiligten gestalten lässt. Wer als Inhaber oder Inhaberin früh, durchaus zehn Jahre vor dem potenziellen Ausscheiden, die langfristige Zukunft seines Unternehmens thematisiert, hat viele Dinge richtig auf dem Weg gebracht. Seien es eigene leitende Angestellte, seien es Familienmitglieder und Verwandte oder seien es Branchenvertreter einer jüngeren Generation: Offensichtlich ist es, dass eine lange und vorausschauende Planung eher zu einer erfolgreichen Nachfolge führt. Woran es scheitert, dass viele Unternehmer diese Diskussion scheuen wie der Teufel das Weihwasser? Es ist im Grunde einfach und menschlich, warum eine Zukunft ohne die Chefin oder den Chef häufig zu spät besprochen wird. Es bedarf menschlicher Größe, bereits in der Gegenwart seinen eigenen Abschied vom Berufsleben ernst zu nehmen und sich damit selbst einem Ende der eigenen Laufbahn zu stellen. Wer gleichwohl die Größe und Reife besitzt, in seinem Alltag die Zeit ohne ihn mitzudenken, der wird eher darin belohnt, dass sein Lebenswerk in die Rente, ins Alter und sogar darüber hinaus gesichert ist. Philosophen sagen, dass Weisheit an jedem Tag neu beginnt. Also auch weit vor dem Abtreten der Inhaber und dem Beginn eines neuen Lebensabschnitts ist es ratsam, die Übergabe zu beginnen.

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