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KW 27/2017

Geht Künstliche Intelligenz bald vor natürlicher Intelligenz? Versuch einer Annäherung

»I’ll be back...«

Spätestens seit dem Kinoerfolg des ersten Terminator-Films in den 1980er Jahren setzen sich nicht nur eingefleischte Science-Fiction-Fans mit dem Thema Künstlicher Intelligenz auseinander. Forscher versuchen, menschliche Wahrnehmung und menschliches Handeln durch Maschinen nachzubilden. Ziel wäre demnach, Maschinen zu entwickeln, die eigenständig ihre Umwelt erfassen, auf diese mit Entscheidungen reagieren und ihren Fortbestand sichern können – ohne weiteres Zutun des Menschen. Dass hierbei insbesondere ethische Probleme auftauchen, liegt auf der Hand: Entscheidungen können nicht stets rational getroffen werden, sondern verlangen auch das Abwägen moralischer Gesichtspunkte. Dass ein Roboter solche Abwägungen treffen können soll, ist wahrlich beängstigend. Stephen Hawking warnte 2014 davor, dass Künstliche Intelligenz eine Bedrohung für die Menschheit sei. Das Phänomen scheint nicht konkret fassbar. So schwanken Auffassungen Künstlicher Intelligenz von Simulationen menschlichen Verhaltens, die sich auf spezifische Systeme oder Aufgaben beziehen, wie beispielsweise Roboter in der Fertigung, bis hin zu eben jenen Vorstellungen, die Künstliche Intelligenz als Systeme verstehen, die frei auf ihre Umwelt reagieren können. Dass das Thema polarisiert und Angst macht, liegt letztlich auch daran, dass nicht trennscharf kommuniziert wird oder auch nicht werden kann, was da auf uns zukommt.

Künstliche Intelligenz in weiter Ferne, doch sag‘ niemals »nie«

Das menschliche Denken und das daraus resultierende Handeln sind derart komplex, dass beides noch nicht annähernd umfassend erforscht ist, weshalb die Vorstellung, menschliches Verhalten künstlich zu erschaffen, wahrscheinlich nicht nur meine Vorstellungskraft übersteigt. Eine Welt, in der Maschinen in ihrer Komplexität an den Menschen heranreichen, Handlungen ohne Anweisung des Menschen vollziehen und in der Lage sind dazuzulernen, kann und will ich mir nicht ausmalen. Nach meinen Recherchen kann ich wieder etwas aufatmen. Noch ist es Forschern nicht gelungen, die menschliche Intelligenz auch nur annähernd künstlich nachzuahmen. Rolf Pfeifer war Gründer und Leiter des Labors für Künstliche Intelligenz in Zürich und beruhigt mich in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Ihm zufolge ist menschliche Intelligenz unmittelbar mit dem menschlichen Organismus und Emotionen verknüpft. Eine Nachahmung dessen sei eine extrem komplizierte und teure Aufgabe, deren wirtschaftlicher Nutzen zunächst nicht erkennbar sei. Glück gehabt. Doch auch Pfeifer stellt gleichwohl fest: »Als Wissenschaftler würde ich nie ‚nie‘ sagen.«

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