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KW 15/2017

Warum wir vor Veränderungen Angst haben müssen und warum nicht, zeigen die Vorhersagen der Apokalypsen in der Kulturgeschichte der Menschheit, die bis heute nicht eintraten

Warum wir vor Veränderungen Angst haben müssen…

Die Apokalypse hat ihren Ursprung in der christlichen Mythologie: Das einzige prophetische und letzte Buch des Neuen Testaments sagt ein leidvolles Ende der Menschheit vorher, bevor diese durch Gott erlöst wird. Weltuntergangsszenarien beschäftigen die Menschheit seit Jahrtausenden. Die Vorstellung, die Welt könne mit einem großen Paukenschlag durch ein natürlich auftretendes, ein übernatürliches oder auch künstlich herbeigeführtes Ereignis enden, fasziniert und erschreckt zugleich. Das letzte Mal stellten sich vor gut vier Jahren Menschen auf ein mögliches Ende ein: Der Maya-Kalender lief am 21. Dezember 2012 aus, und es passierte: nichts. Lässt man nun die eigentliche Apokalypse und weitere übernatürliche Weltuntergangsszenarien vorerst außen vor und freundet sich damit an, dass sich im Falle eines „natürlichen“ Weltuntergangs in Form einer Supernova sich ohnehin nicht viel ausrichten ließe, bleiben noch diejenigen Ereignisse, die künstlich durch die Menschheit herbeigeführt werden können. Und hier wird schnell deutlich:  Es liegt doch in unserer Hand – sofern wir zu Veränderungen bereit sind.

… und warum nicht.

Sich seinem Schicksal zu ergeben und sich vor Veränderungen zu fürchten kann bequem, aber eben auch beunruhigend sein. Letztlich liegt es ein Stück weit in der Hand eines jeden Einzelnen, sich aufzuraffen und – ganz plakativ – die Welt zu verändern. Ein menschengemachtes Weltuntergangsszenario wartet beispielsweise in Form des Klimawandels auf uns. Doch was nützt es, den Kopf in den Sand zu stecken und tatenlos darauf zu warten, dass die Polkappen schmelzen und sämtliche Küsten überschwemmt werden? Richtig, nichts. Es braucht globale politische Strategien wie auch ein persönliches Umdenken im Hinblick auf eine umweltbewusste Lebensweise und ein umweltbewusstes Wirtschaften. Forcierte Veränderungen im Kampf gegen den Klimawandel können auch unbequem sein – man bedenke die Kritik an Angela Merkel zur Umsetzung des Atomausstiegs nach Fukushima. Dennoch sind diese Veränderungen notwendig und richtig. Im genannten Beispiel sogar überraschend: Wer hätte gedacht, dass der Atomausstieg unter einer schwarz-gelben Regierung besiegelt würde? Im Vorfeld können Veränderungen Angst erzeugen, beunruhigen. Glauben wir an ein vorbestimmtes Ende der persönlichen Weiterentwicklung oder auch an das Ende der Welt, sind wir dazu eingeladen, uns auf dem Status Quo auszuruhen, anstatt nach Verbesserung zu streben. Doch die Devise muss lauten, mit einem vorwärtsgewandten Blick den End(zeit)szenarien entgegenzuwirken. 

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